25 novembre 201910:42

Kommentar der Informations- und Pressestelle des Außenministeriums Russlands zum Arbeitsbesuch des isländischen Außenministers Gudlaugur Thor Thordarson

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Am 26. November kommt der isländische Außenminister Gudlaugur Thor Thordarson zu einem Arbeitsbesuch nach Moskau.

Während der bevorstehenden Gespräche werden die Außenminister Russlands und Islands weiterhin die Themen besprechen, die auf der Tagesordnung eines Treffens standen, das sie am Rande des Ministertreffens des Arktischen Rates am 6. Mai 2019 in Rovaniemi, Finnland, abgehalten haben.

Außenminister Sergej Lawrow und der isländische Außenminister Gudlaugur Thor Thordarson werden über die russisch-isländischen Beziehungen und ihre künftige Entwicklung sowie über Möglichkeiten zur Intensivierung der bilateralen Zusammenarbeit sprechen. Sie werden auch einen Gedankenaustausch über aktuelle internationale und regionale Angelegenheiten führen.

Im Jahr 2018 feierten Russland und Island den 75. Jahrestag ihrer diplomatischen Beziehungen, die am 4. Oktober 1943 aufgenommen wurden. In diesem Zusammenhang tauschten die Außenminister Gratulationsbotschaften aus.

Russland und Island haben eine gemeinsame Geschichte im Kampf gegen den Faschismus. Russland ist Island für seinen Beitrag zu den arktischen Konvois dankbar, die während des Großen Vaterländischen Krieges 1941-1945 eine wichtige Rolle bei der Stärkung der Verteidigungs- und Offensivfähigkeiten der Sowjetunion gespielt haben.

Die Beziehungen zwischen Russland und Island waren stets konstruktiv und basierten auf gegenseitigem Verständnis. Ihre progressive Entwicklung wurde jedoch 2014 behindert, als Reykjavik die antirussische Haltung Brüssels und Washingtons unterstützte und einige Bereiche der bilateralen Zusammenarbeit einschränkte. Obwohl Island kein EU-Mitgliedstaat ist, hat es sich den antirussischen Sanktionen angeschlossen. Dies hatte negative politische Auswirkungen und hat den bilateralen Handel ernsthaft beeinträchtigt, was nicht im Interesse Russlands oder Islands liegt.

Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass Island seine Ansätze überdenkt und bereit ist, bilaterale Beziehungen und Zusammenarbeit in Bereichen zu entwickeln, die nicht von den Sanktionen betroffen sind.

Der politische Dialog auf der obersten Ebene ist 2019 aktiver geworden. Am 10. April führte Präsident Vladimir Putin Gespräche mit dem isländischen Präsidenten Gudni Thorlacius Johannesson am Rande des Internationalen Arktisforums The Arctic: Territory of Dialogue.

Die Beziehungen zwischen unseren Parlamenten werden wiederbelebt. Im Oktober 2019 traf der Sprecher der Staatsduma der Russischen Föderalversammlung, Wjatscheslaw Wolodin, während der Europäischen Konferenz der Präsidenten des Parlaments mit Althing-Sprecher Steingrimur Johann Sigfusson zusammen. Steingrimur Johann Sigfusson wurde für 2020 nach Russland eingeladen.

Die Außenministerien Russlands und Islands führen einen Dialog. Im Jahr 2019 führten sie Konsultationen auf der Ebene der ersten stellvertretenden Außenminister und Leiter der entsprechenden Abteilungen über die arktische Zusammenarbeit und die Agenda der Vereinten Nationen.

Die positiven Trends haben sich im bilateralen Handel immer stärker verstärkt, der im Januar bis September um 71,9 Prozent gegenüber 2018 anstieg und 50 Millionen Dollar erreichte, was Raum für Verbesserungen lässt. Der Mechanismus der russisch-isländischen Konsultationen über Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit ist ein nützliches Format zur Verbesserung der Situation, da auch während der schwierigen Zeiten der bilateralen Beziehungen regelmäßige Sitzungen in diesem Rahmen stattgefunden haben. Das nächste Treffen soll im zweiten Quartal 2020 in Reykjavik stattfinden.

Wir begrüßen die Gründung der isländisch-russischen Handelskammer auf Initiative Islands im vergangenen Monat. Mehr als 30 isländische Unternehmen, die an einer Geschäftstätigkeit auf dem russischen Markt interessiert sind, haben sich der Kammer angeschlossen.

Unsere Länder haben sehr gute Aussichten auf den Ausbau der Zusammenarbeit in Bereichen wie innovative Technologien, Telekommunikation, Geothermie, Schiffbau, Fischverarbeitung, Luftfahrt, Milchproduktion und Tourismus.

Die russischen Regionen, darunter der Autonome Kreis Jamal-Nenzen, das Gebiet Kamtschatka, der Autonome Kreis Tschukotka und das Gebiet Murmansk, sind stets daran interessiert, die Zusammenarbeit mit ihren isländischen Partnern auszubauen.

Die kulturellen und humanitären Beziehungen sind ein wichtiger Bestandteil unserer bilateralen Beziehungen. Die jährlich in mehreren isländischen Städten stattfindende russische Filmwoche (die letzte fand im vergangenen September statt) erfreut sich großer Beliebtheit beim Publikum. Das Festivalprogramm umfasst sowohl neue Filme als auch russische Kinoklassiker.

Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und Island eröffnete die Russkij-Mir-Stiftung am 4. Oktober 2018 einen Bibliotheksraum im Kultur- und Geisteszentrum der russischsprachigen Landsleute in Reykjavik.

Unsere Länder arbeiten im Zusammenhang mit dem laufenden Vorsitz Islands im Arktischen Rat (2019-2021) und dem bevorstehenden Vorsitz der Russischen Föderation (2021-2023) eng zusammen. Während des Besuchs von Außenminister Thordarson werden die Minister eine gemeinsame Erklärung zur Gewährleistung der Kontinuität von einem Vorsitz zum anderen innerhalb dieser Organisation unterzeichnen.

Wir unsererseits streben eine progressive und konstruktive Entwicklung der bilateralen Beziehungen an, die auf Pragmatismus und gegenseitigem Respekt basieren - und zwar in dem Maße, wie unsere isländischen Partner dies für angemessen halten. Wir erwarten, dass sich Reykjavik bei seiner Herangehensweise für die Zusammenarbeit mit Russland von seinen eigenen nationalen Interessen leiten lässt, ohne sich dem Einfluss der aktuellen politischen Situation auszusetzen.

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