6 September 202107:00

Videobotschaft des Außenministers der Russischen Föderation, Sergej Lawrow, an die Teilnehmer des Forums „Der Prozess von Chabarowsk: Historische Bedeutung und aktuelle Herausforderungen“, 6. September 2021

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Sehr geehrte Kollegen,

ich freue mich, die Organisatoren, Teilnehmer und Gäste des internationalen wissenschaftspraktischen Forums „Der Prozess von Chabarowsk: Historische Bedeutung und aktuelle Herausforderungen“ zu begrüßen.

Der Zweite Weltkrieg, der Dutzende Millionen Menschenleben forderte, war die größte Tragödie in der Geschichte der Menschheit. Die Bewahrung des Gedenkens daran ist unsere heilige Pflicht. Die Bewahrung der historischen Wahrheit wird durch die Erforschung neuer Dokumente und Quellen gefördert.

Ihr Forum ist dem im Dezember 1949 in Chabarowsk stattgefundenen Tribunal gegen eine Gruppe japanischer Militärs, die für die Schaffung einer chemischen und bakteriologischen Waffe sowie ihre Tests an lebenden Menschen verantwortlich waren, gewidmet. Archivmaterialien, die auf der Ausstellung zu sehen sind, berichten anschaulich von der Rolle des Außenministeriums unseres Landes bei der Organisierung des Prozesses von Chabarowsk. Die russischen Diplomaten erklärten den Alliierten-Mächten überzeugend die Gründe, warum dieser Prozess nötig war. Der wichtigste Grund bestand darin, dass die Verbrechen der Einheit Nr.731 und anderer Kampfeinheiten der japanischen Armee, die sich mit unmenschlichen Experimenten an Kriegsgefangenen befassten, keinen angemessenen Niederschlag in den Materialien der Tokioter Prozesse 1946-1948 fanden.

In diesem Kontext war der Prozess von Chabarowsk eine wichtige Ergänzung zu den Gerichtsprozessen in Tokio, weil erstmals der Schrecken des Einsatzes einer biologischen Waffe bezeugt wurde. Es wurde der Welt über diese grausame Schattenseite des militaristischen Japans berichtet. Das Urteil des Gerichts gab eine objektive Einschätzung zu den begangenen Verbrechen. Es ist wichtig, dass die jetzige und die künftigen Generationen die Gräueltaten der japanischen Militaristen, die eine blutige Spur in der Geschichte der Menschheit hinterließen, im Gedächtnis behalten. Wir haben kein moralisches Recht, dies zu vergessen.

In den kommenden Tagen wird in New York die 76. Session der Generalversammlung der Vereinten Nationen eröffnet. In diesem Zusammenhang sollte daran erinnert werden, dass die allgemein anerkannten Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs, die in der UN-Charta festgeschrieben sind, unantastbar sind. Die russische Diplomatie wird weiterhin die Versuche ihrer Revision, unabhängig davon, wer sie unternimmt, unterbinden. Einen wichtigen Beitrag dazu sollen Wissenschafts-, Expertenkreise, die breite Öffentlichkeit, darunter durch die Durchführung solcher Veranstaltungen wie Ihr Forum, leisten.

Ich wünsche eine erfolgreiche Arbeit und alles Gute.

Danke für die Aufmerksamkeit.

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