14 Oktober 201909:10

Interview des Außenministers Russlands, Sergej Lawrow, für einen Dokumentarfilm zum 75-jährigen Jubiläum der Moskauer Hochschule für internationale Beziehungen (MGIMO) beim Außenministerium Russlands, 14. Oktober 2019, Moskau

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Ich habe Dokumente für Aufnahmeprüfungen bei der Moskauer Ingenieursphysischen Hochschule (MEPhi) eingereicht, und meine Mutter sagte mir: „Na ja, meinetwegen, wenn du an der MEPhi studieren möchtest, dann gehe einmal an die MEPhi. Aber bei der MEPhi, wie bei den meisten anderen Hochschulen, beginnen die Aufnahmeprüfungen am 1. August, und bei der MGIMO beginnen sie am 1. Juli. Was macht es dir aus? Das ändert doch nichts an deiner Bestimmung, an deiner Absicht, bei der MEPhi die Prüfungen abzulegen. Versuch dich aber auch in diesem Bereich. Dann wirst Du wissen, wie mannigfaltig deine Kenntnisse sind.“

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Und dann wollte ich wohl nicht mehr mein Schicksal herausfordern und habe mich im Juli nicht mehr auf die Aufnahmeprüfungen vorbereitet, sondern nahm am Ausgraben der Baugrube des Fernsehzentrums „Ostankino“ teil. Also ist das ziemlich zufällig passiert.

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Auf der Baustelle? Geholfen? Meinen Sie, wer mit mir zusammen die Trage trug? Dort war unter anderem mein guter Freund, der Rektor der MGIMO, Anatoli Torkunow, mit dabei, in derselben Baugrube. Wir legten die Basis für die enormen technologischen Möglichkeiten, über die unser Fernsehen heutzutage verfügt.

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Er fragte einen von uns: „Wer sind Sie?“ „Ich bin Sergej“. Dann fragte er mich: „Und Sie?“ Ich antwortete: „Ich bin auch Sergej.“ Dann fragte er mich noch: „Und wie ist Ihr Vatersname?“ Ich sagte: „Wiktorowitsch.“ Und dann sagte er: „Na, dann auf Wiedersehen!“ Es stellte sich heraus, dass es in dieser Gruppe offiziell einen Sergej Wladimirowitsch Lawrow gab. Und ich wurde dann nicht in die erste, sondern in die letzte, elfte, Gruppe aufgenommen.

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Gleichzeitig wiederspiegelt das die Tendenz, die es in unserem Ministerium im Allgemeinen gibt: Indem wir natürlich der MGIMO und der Diplomatischen Akademie als unseren „Anker“-Bildungseinrichtungen und Kaderlieferanten treu bleiben, sind wir an der Erweiterung der Geografie der Personalanstellung ins Ministerium interessiert. Diese Tendenz wird während meiner ganzen Arbeit im Amt immer fester. Wir haben Absolventen der St. Petersburger staatlichen Universität und der Uraler föderalen Universität, der Fernöstlichen föderalen Universität und auch vieler anderen Universitäten bzw. Hochschulen. Was die jungen Menschen angeht, die sich bei der MGIMO bewerben, so erzählte mir Herr Torkunow kurz vor dem 1. September, dass es dort junge Menschen aus mehr als 70 Föderationssubjekten Russlands gab. Die Verhältnisse waren zwar unterschiedlich, aber es ist sehr wichtig, dass wir unsere Alma Mater mit Talenten aus ganz Russland unterstützen.

 

Der vollständige Interview-Text wird später veröffentlicht.

 

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