Republik Belarus
Der Außenminister Aserbaidschans, Armeniens, Weißrusslands, Kasachstans, Kirgisiens, Moldawiens, Russlands, Serbiens, Tadschikistans, Turkmenistans und Usbekistans zum 75. Jahrestag des Sieges im Zweiten Weltkrieg beim 26. Treffen des OSZE-Außenministerrats (Bratislava, 5. und 6. Dezember 2019)
GEMEINSAME ERKLÄRUNG
Im Jahr 2020 werden wir den 75. Jahrestag des Sieges im Zweiten Weltkrieg begehen – einem der grausamsten und blutigsten Konflikte in der Geschichte, der Dutzende Millionen Menschenleben gefordert hat und die Menschheit schrecklich leiden ließ.
Der Nazismus wurde dank der unerschütterlichen Einheit und dem Zusammenhalt unserer Völker, dem gemeinsamen Kampf der Länder der Anti-Hitler-Koalition besiegt. Wir gedenken all der Menschen, die sich beispiellos tapfer an der Front und im Hinterland zeigten und unsere Zivilisation vor dem Tod gerettet haben. Wir verneigen uns vor der Heldentat des antifaschistischen Untergrunds, vor den Opfern der „Todeslager“ und der Blockade von friedlichen Städten.
Unsere heilige Pflicht ist, die historische Wahrheit aufzubewahren. Jegliche Erscheinungen der Missachtung gegenüber Denkmälern von Soldaten und Feldherren der Roten Armee, der Schändung von Gräbern der Soldaten, die ihre Leben für die Befreiung Europas von Nazis lassen mussten, halten wir für Blasphemie. Der Vandalismus gegenüber solchen Gedenkobjekten kann durch nichts gerechtfertigt werden. Wir rufen alle Länder auf, ihrer heldenhaften Befreier zu gedenken und Soldatenfriedhöfe entsprechend zu pflegen.
Wir verurteilen vehement jegliche Versuche zur Fälschung der Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs. Wir sind um das Vorgehen einiger Länder zwecks Rehabilitierung nazistischer Verbrecher und ihrer Mithelfer empört. Wir gehen von der Notwendigkeit der strikten Einhaltung der Beschlüsse des Internationalen Militärgerichtshofs in Nürnberg aus, die keine Verjährungsfrist haben. Sollte man aus ethnischen bzw. religiösen Gründen begangene Verbrechen verschweigen, wird das die Welt unvermeidlich zu einer neuen Katastrophe führen.
Wir heben die Wichtigkeit der Verabschiedung der Resolution „Kampf gegen Heroisierung des Nazismus, Neonazismus und andere Handlungen, die die Eskalation von modernen Formen des Rassismus, der Rassendiskriminierung, des Fremdenhasses und der damit verbundenen Intoleranz fördern“ in der 74. Tagung der UN-Vollversammlung hervor.
Die Geschichte hat bewiesen, wie gefährlich es ist, auf solche Erscheinungen wie Nationalismus, Intoleranz, Diskriminierung, Extremismus und Hass aus ethnischen, rassistischen und religiösen Gründen ein Auge zuzudrücken. Wir erkennen die Bedeutung der UN-Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes aus dem Jahr 1948 als wichtiges internationales Instrument an.
Wir bestätigen unsere Treue der Idee einer freien, demokratischen, gemeinsamen und unteilbaren euroatlantischen und eurasischen Sicherheitsgemeinschaft. Die Heldentat der Sieger des Zweiten Weltkriegs und ihre selbstlose Opferbereitschaft sollten die ewige Mahnung an künftige Generationen sein: Sie müssen die Welt auf den Prinzipien der Gerechtigkeit, Gleichheit und Unteilbarkeit der Sicherheit aufbauen.