20 Mai 202101:40

Einführungsrede des Außenministers der Russischen Föderation, Sergej Lawrow, bei den Verhandlungen mit US-Außenminister Antony Blinken am Rande des Ministertreffens des Arktischen Rats am 19. Mai 2021 in Reykjavik

988-20-05-2021

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Ich möchte mich sofort für den Vorschlag, hier ein Treffen abzuhalten, bedanken. Das ist für unsere Beziehungen wichtig, damit wir - wie von unseren Präsidenten gewollt - klären können, wie wir mit ihnen weiter verfahren. Ich denke, allen ist klar, warum ein Routine-Treffen am Rande der Sitzung des Arktischen Rats zwischen den Vertretern Russlands und der USA so eine Sensation ist, und sich so viele Menschen versammeln. Die Aufgabe besteht darin, dass man als Entwicklung der Telefongespräche unserer Präsidenten bestimmen sollte, wie wir unsere Beziehungen weiterhin gestalten werden.

Wir gehen bei den Einschätzungen der internationalen Situation und den Herangehensweisen zu den Aufgaben, die zu ihrer Normalisierung gelöst werden sollten, ernsthaft auseinander. Unsere Position ist einfach: Wir sind bereit, ausnahmslos alle Fragen mit dem Verständnis zu besprechen, dass diese Erörterungen fair, mit Fakten auf dem Tisch und auf einer gegenseitig respektvollen Grundlage erfolgen.

Die Gesetze der Diplomatie sehen Gegenseitigkeit vor, darunter dabei, was die Antwort auf irgendwelche unfreundliche Handlungen betrifft. Das Wichtigste besteht darin, dass wir uns bemühen, die diplomatischen Möglichkeiten maximal zu nutzen. Ich weiß zu schätzen, dass Sie gerade eine solche Haltung zeigen. Sie können mit unserer Gegenseitigkeit bei diesen Anstrengungen immer rechnen.

Wie Sie sagten, hängt die allgemeine Lage in der Welt in vielerlei Hinsicht vom Zustand der Beziehungen zwischen Moskau und Washington ab. Wenn ich richtig verstehe, sind sich unsere Präsidenten, die zweimal miteinander telefonierten, darin einig, dass wir bei Fragen zusammenarbeiten sollten, bei denen unsere Interessen übereinstimmen und wir positive Ergebnisse bei den Konfliktsituationen erzielen können, doch am wichtigsten – bei den Problemen der strategischen Stabilität. In diesem Sinne sind die Koreanische Halbinsel, die Situation um das iranische Atomprogramm und Afghanistan natürlich Themen, bei denen unsere Vertreter bereits aktiv zusammenwirken. Ich hoffe, dass wir heute alle diesen Anstrengungen erörtern werden.

Wir sind bereit, die „Haufen wegzuschaufeln“, die von den früheren Administrationen der Vereinigten Staaten hinterlassen wurden, was das Funktionieren der diplomatischen Missionen der USA in Russland und Russlands in den USA betrifft. Wenn wir es nicht schaffen, normale Bedingungen für die Arbeit der Diplomaten herzustellen, werden wir de facto die Bedeutung der Diplomatie untergraben, deren Aufgabe es ist, Brücken und Dialoge aufzubauen und aufrechtzuerhalten.

Danke für das Treffen. Ich hoffe auf einen produktiven Dialog.

 

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