Briefing des Außenministeriums-Sprecher

27 März 202023:52

Pressebriefing der offiziellen Sprecherin des Außenministeriums Russlands, Maria Sacharowa, am 27. März 2020 in Moskau

Zu den Maßnahmen zur Rückkehr der im Ausland befindlichen russischen Staatsbürger in die Heimat

 

Man möchte „Guten Tag“ sagen, doch in Moskau ist schon Abend. Wir mussten das Pressebriefing heute spät beginnen und es überhaupt von gestern verschieben, weil die Hauptaufgabe des Stabs, der jetzt im Außenministerium tätig ist, die Lösung der Situation und Unterstützung der russischen Staatsbürger im Ausland ist. Mit diesem Thema möchte ich beginnen.

Wie sie wissen, wurden nach der Sitzung des Präsidiums des Koordinierungsrats bei der Regierung der Russischen Föderation beim Kampf gegen die Ausbreitung der neuen Coronavirus-Infektion Beschlüsse getroffen, die am 26. März veröffentlicht wurden. Da sind Aufträge an das Außenministerium Russlands und andere russische Exekutivorgane enthalten, die unsere Arbeit in dieser Richtung unterstützen. So soll das Außenministerium bis zum 30 März an das Verkehrsministerium, Rospotrebnadsor, Gesundheitsministerium, Innenministerium sowie das Unternehmen Aeroflot Informationen über die Staatsbürger senden, die sich im Aufenthaltsland befinden und in die Russische Föderation zurückkehren wollen. Dieser Teil ist damit verbunden, dass ab heute der regelmäßige Charter-Flugverkehr gestoppt wird, der aus den russischen Flughäfen in die Flughäfen anderer Staaten und umgekehrt erfolgte. Eine Ausnahme bilden die Flüge, die mit der Ausfuhr der russischen Staatsbürger verbunden sind.

In diesem Zusammenhang veröffentlichten die Botschaften in entsprechenden Ländern – VAE, Oman, Türkei, Aserbaidschan, Thailand, Deutschland, Kirgisien, Belgien, USA, Niederlande, Kuba, Katar, Irland, Tadschikistan, Armenien, Schweiz, Sri Lanka, Großbritannien, Spanien, Belarus, Kasachstan, Italien, Südkorea, Usbekistan, Iran, Israel, Frankreich, China, Japan und Vietnam – entsprechende Benachrichtigungen für die russischen Staatsbürger über die Aufhebung der Charter- und Linienflüge und Vorbereitung der Ausfuhr-Flüge. Diese Arbeit läuft jetzt aktiv in diesen konkreten Orten.

Wir machen die russischen Staatsbürger, die sich in diesen Ländern befinden, darauf aufmerksam, dass persönliche Informationen, indem entsprechende Fragebogen eingefüllt und entsprechende Fragen beantwortet werden, bis 14.00 Uhr am 29. März eingereicht werden sollen, falls sie nach Russland zurückkehren wollen.

Ich möchte ebenfalls darauf aufmerksam machen, dass vor einer Stunde Informationen der Arbeitsgruppe veröffentlicht wurden, die die Rückkehr der russischen Staatsbürger aus dem Ausland koordinieren, nach dem heutigen Stand. Es wurde die Ordnung der  Umsetzung der Flüge der russischen Fluglinien angesichts der von der Regierung Russlands getroffenen Beschlüsse über die Einstellung des internationalen Flugverkehrs erörtert. Es bildet sich sehr aktiv der Terminplan der Ausfuhr unserer Landsleute bei Koordinierung mit unseren Botschaften. Zudem wurden heute nach der Sitzung der Arbeitsgruppe Angaben zu den schwierigsten nach der Zahl und Logistik Stellen veröffentlicht: Indonesien, Thailand, Indien. Was Indonesien betrifft – es wird geplant, dass die russischen Staatsbürger von dort nach Russland mit Ausfuhr-Flügen der russischen Flugunternehmen innerhalb der nächsten Woche gebracht werden. Ich möchte nochmals betonen, dass es das Ergebnis der heutigen Arbeit und Sitzungen der Arbeitsgruppe ist. Was Thailand betrifft, handelt es sich da um die Passagiere, bei denen es vorwiegend Flugtickets gibt. Ihre Beförderung in die Heimat wird im Rahmen der Verpflichtungen der Reiseveranstalter und Flugunternehmen organisiert. Geplant ist, dass bis zum 1. April ein Großteil der russischen Staatsbürger diesen Staat verlässt. Zudem wurde heute die Frage mit der Ausfuhr der Staatsbürger Russlands aus Indien durchgearbeitet, er trat bereits in die praxisorientierte Dimension ein. Es wird die Umsetzung dieser Flüge mit Linien- und Charterflügen besprochen. Zudem wurden auch die Beförderer bestimmt.

Es werden aktiv die Varianten der Ausfuhr der russischen Staatsbürger aus einigen Ländern Lateinamerikas besprochen: Brasilien, Chile, Peru. Ich kann sagen, dass die Logistik gar nicht einfach ist, in diesem Zusammenhang wird in Koordinierung mit den russischen Botschaften der Beschluss über die Erstellung eines Flugplans getroffen. Erörtert wurden die Fragen zur Beförderung der russischen Staatsbürger aus Indien, Tunesien, Moldawien, Montenegro, Tansania, Mauritius, Seychellen und anderen Staaten. Damit erfolgt die Arbeit rund um die Uhr. Im Ganzen denke ich, dass es anschaulich ist. Wir bringen unser traditionelles Mittags-Briefing in einen Abend-Format.

Eine weitere Verordnung der Regierung änderte auch unsere Arbeit sowie die Arbeit der russischen ausländischen Einrichtungen und Beförderer. Das ist die Verordnung Nr. 730 vom 25. März. Man kann darin den Blick gewinnen, ich denke, viele haben das schon gemacht. Doch ich würde sie auf den wichtigsten Aspekt aufmerksam machen: aus den Einschränkungen bezüglich der Nichtzulassung ins Land wurden Personen ausgeschlossen, die ausländische Staatsbürger und zugleich Familienmitglieder (Ehegatten, Eltern, Kinder, Adoptiveltern, Adoptivkinder, Vormunde, Pfleger) der Staatsbürger der Russischen Föderation sind. Um nicht auf juridische Details einzugehen, ermöglicht dieser Teil den Familien, wo einer der Eltern bzw. Kinder nicht Staatsbürger der Russischen Föderation ist, nicht geteilt zu werden, bei der Rückkehr nach Russland in dieser Periode wiedervereinigt zu werden, wenn Einschränkungsmaßnahmen eingeführt wurden. Dieser Beschluss ist lang erwartet. Darauf warteten Familien, die selbst in dieser kurzen Periode an sich spüren mussten, was erzwungene Trennung mit lieben Menschen, Kindern ist. Sie bekamen eine entsprechende Möglichkeit und unsere ausländischen Einrichtungen – sowohl Botschaften, als auch Konsulate – entsprechende Anweisungen zur Umsetzung dieses Beschlusses und Unterstützung dieser Menschen, die Mitglieder einer Familie sind. Es gab auch Fälle der Nichtzulassung zu den Flügen und viele andere dramatische Aspekte. Wir bekommen alle Anträge, versuchen sie umgehend zu bearbeiten. Unsere Botschaften bekamen auch die notwendigen Anweisungen zur Unterstützung der russischen Staatsbürger, die sich in einer schweren Lebenssituation erweisen. In erster Linie möchte ich darauf aufmerksam machen, dass unsere Botschaften im 24/7-Betrieb funktionieren. Dasselbe betrifft die Generalkonsulaten und ständigen Vertretungen. Alle ihre Anstrengungen sind auf dieser Etappe auf der Lösung der Fragen konzentriert, die mit dem Aufenthalt der russischen Staatsbürger in den entsprechenden Ländern, die bislang nicht in die Heimat zurückkehren können, verbunden sind. In diesem Zusammenhang sind viele von ihnen in sehr schwierigen Lebensumständen, über die wir wissen, weil sehr viele Anträge, Briefe, Posts und Artikel schon veröffentlicht und geschickt wurden.

Unsere Botschaften leisten Unterstützung an die russischen Staatsbürger bei der Gestaltung der Dokumente. Angesichts der Tatsache, dass sich Menschen in außergewöhnlicher Situation erweisen, ist das eine der verbreitetsten Bitten. Es wird bei der Verlängerung der Visa in den Ländern geholfen, wo es möglich ist und dort, wo die Behörden dazu zusätzliche Forderungen haben. Sie stehen im Kontakt mit den russischen Staatsbürgern zur Hilfeleistung bei der Erledigung der Dokumente. Und natürlich helfen auch bei der Lösung sehr vieler Fragen.

Ich verstehe sehr gut, dass bei weitem nicht alle Fragen geregelt werden können, doch viele Fragen werden einfach manuell gelöst. Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass diese Arbeit natürlich ein obligatorischer Teil der Tätigkeit des Diplomaten im Ausland ist.

Dabei möchte ich das betonen, worüber sich viele keine Gedanken machen. Die russischen Diplomaten arbeiten unter Bedingungen, die als extraordinär bezeichnet werden können, weil in vielen Ländern sehr harte Quarantäne-Maßnahmen und in einigen Ländern der Ausnahmezustand eingeführt wurden. In einigen Ländern muss man auf dem Wege zum Flughafen Kontroll- und Blockposten passieren. In einigen Ländern ist das überhaupt unmöglich, weil die Ausgangssperre gilt, man muss über die Versammlung der Menschen eine Einigung erreichen. Es werden alle Möglichkeiten eingesetzt, die durch den Status des Diplomaten bereitgestellt werden.

Unsere Diplomaten sind in erster Linie in Risikogruppe angesichts der Tatsache, dass sie an Flughäfen ohne jegliche Schutzmitteln mit sehr großen Menschengruppen arbeiten, sich ständig im Lande bewegen. Manchmal verbringen sie ganze Tage außerhalb jeglicher Alltagsbedingungen – Flughafen, Hafen, Eisenbahnstation, Bahnhof, Krankenhäuser, Polizeistellen u.a. Das macht ihre Arbeit natürlich nicht einfacher. Wir bemühen uns tatsächlich, so zu machen, um den russischen Staatsbürgern möglichst zu helfen. Ich verstehe sehr gut, dass es unmöglich ist, das zu 100 Prozent zu machen, doch man soll das anstreben, selbst trotz sehr schwieriger Umstände, in der sich die russischen Touristen sowie jene, die in diesen Ländern wohnten, arbeiteten, sowie die russischen Diplomaten erwiesen.

Zum Schluss zu diesem Thema möchte ich erneut auf die obligatorische Quarantäne innerhalb von 14 Tagen seit der Rückkehr in Russland aufmerksam machen. Entsprechende Benachrichtigungen, Erinnerungen, Mitteilungen kommen an die russischen Staatsbürger via unsere Nachrichtenressourcen, ausländische Einrichtungen und das Außenministerium.

 

Zu den Telefongesprächen des Außenministers der Russischen Föderation, Sergej Lawrow

 

Die Kontakte des Außenministers Russlands, Sergej Lawrow, sehen auf der einen Seite Einschränkungen aus der Sicht der Umsetzung seiner Auslandsbesuche vor, bleiben dabei jedoch intensiv, weil die Zahl der Telefongespräche zugenommen hat.

Heute fanden Telefongespräche mit den Außenamtschefs der VAE und Frankreichs statt. Mitteilungen dazu sind auf der offiziellen Webseite des Außenministeriums der Russischen Föderation veröffentlicht.

Zudem fand vor kurzem ein Telefongespräch des Außenministers Russlands, Sergej Lawrow, mit dem Mitglied des Staatsrats, Außenminister Chinas, Wang Yi, statt. Die Seiten besprachen die Situation, die unmittelbar  durch die Pandemie ausgelöst wurde, gaben die höchste Einschätzung der bilateralen Zusammenarbeit, dem Austausch von Erfahrungen beim Kampf gegen die Pandemie, Bekämpfung ihrer weiteren Ausbreitung. Sie verzeichneten die Effizienz der Schritte in unseren Ländern. Zudem wurde die Wichtigkeit der weiteren Erweiterung der Kontakte zum Schutz des Lebens und Gewährleistung des Wohlstandes von zwei Ländern unterstrichen.

Die Minister stellten fest, dass unter aktuellen Bedingungen der Pandemie Russland und China weiterhin die strategische Partnerschaft ausbauen, bei den globalen Angelegenheiten mit einheitlichen Positionen auftreten, die außenpolitische Koordinierung vertiefen, darunter die Umsetzung der Verantwortung Moskaus und Pekings als ständiger Mitglieder des UN-Sicherheitsrats zur Unterstützung des internationalen Friedens und Sicherheit.

 

Zur Situation in Syrien

 

Im Allgemeinen schätzen wir die Situation in Syrien als stabil ein.

In Idlib wird die Waffenruhe eingehalten, die am 6. März ausgerufen wurde. Sie wird von jeder Seite höchstens zwei, drei Mal am Tag verletzt. Wir bemühen uns gemeinsam mit unseren türkischen Partnern weiterhin um die Einrichtung des so genannten „Sicherheitskorridors“ die Autobahn M4 entlang und um die Wiedereröffnung des Verkehrs darauf. Am 23. März wurde der Abschnitt der Autobahn zum zweiten Mal gemeinsam – und erfolgreich – patrouilliert.

Dabei muss man sagen, dass radikale Gruppierungen, die immer noch in der Umgebung der M4-Autobahn bleiben, die Arbeit der russischen und türkischen Militärs behindern, indem sie Provokationen organisieren, die Straße sperren, die Asphaltschicht entfernen. Das sind alles weitere Beweise dafür, dass in Idlib gar nicht „gemäßigte“ Oppositionelle das Sagen haben, was man in manchen westlichen Hauptstädten behauptet, sondern richtige Terroristen, die Gewalt anwenden und Blut vergießen. Davon zeugen unter anderem die Tatsachen, dass die Kämpfer am 14. März die Büros der Syrischen Gesellschaft des Roten Halbmondes in Idlib und in der Stadt Ariha überfallen haben, dass Eigentum gestohlen wurde und dass Mitarbeiter festgenommen wurden. Diese Zwischenfälle haben die humanitären Koordinatoren der UNO verurteilt, die solches Vorgehen als inakzeptable Verletzung des humanitären Völkerrechts bezeichneten. Wir stimmen ihnen zu und verlangen die störungsfreie humanitäre Zulassung zu Einwohnern der Deeskalationszone Idlib, die de facto zu Opfern der Willkür der Terroristen geworden sind.

In diesem Zusammenhang rechnen wir damit, dass sich unsere türkischen Partner weiterhin um die Trennung der „gemäßigten“ Oppositionellen von Extremisten bemühen und Maßnahmen zur Neutralisierung der letzteren ergreifen werden. Dabei muss man betonen, dass die Umbenennung dieser oder jener Gruppierungen gar nicht bedeutet, dass es sich um keine Terroristen handelt. Man sollte keine Illusionen haben: Es geht eben um international anerkannte Terroristen, egal wie sie sich nennen: al-Qaida, al-Nusra-Front oder Hayat Tahrir asch-Scham.

Östlich vom Euphrat, auf den Territorien, die von der syrischen Regierung nicht kontrolliert werden, setzen IS-Kämpfer ihre Angriffe fort. Laut vorhandenen Informationen haben sie allein vom 20. bis 24. März mehr als 20 Terroranschläge in den Provinzen Deir-ez-Zor, Rakka und al-Hasaka verübt, wobei etwa 50 Menschen getötet wurden. In diesem Kontext haben wir eine Erklärung des US-Außenministeriums vom 23. März nicht übersehen können, die dem Jahrestag der Vernichtung des IS-Kalifats in Nordostsyrien gewidmet war. Es stellt sich die Frage: Welche Terroristen haben die Verbündeten denn vernichtet, wenn man bedenkt, dass die zahlenmäßige Stärke der IS-Kämpfer laut US-Vertretern nach wie vor bei mehr als 10 000 liegt? Es ist offensichtlich, dass diese Kämpfer einfach untergetaucht waren und jetzt weiterhin ihre Angriffe fortsetzen, ohne dafür bestraft zu werden.

Es bestehen dabei keine Zweifel, dass die von den USA angeführte Koalition tatsächlich ganze Städte samt Einwohnern jenseits des Euphrats vernichtet, genauer gesagt, dem Erdboden gleich gemacht hat. So hatten in Rakka vor dem Einsatz der Verbündeten im Jahr 2016 etwa 230 000 Menschen gelebt. Nach dieser Kampagne im Jahr 2017 gab es dort nur 3000 Einwohner. Laut der UN-Verwaltung für humanitäre Projekte gibt es in der ganzen Stadt keine einzige Klinik, die arbeiten würde, und die ganze zivile Infrastruktur musste praktisch von Null wiederaufgebaut werden. Zudem bleiben in Rakka immer noch etliche Müllhäufen und nicht explodierte Minen und Geschosse.

Dasselbe ist 2018 auch den Orten Hadschin und Bagus passiert, deren Einwohner in das Flüchtlingslager Al-Houl flüchten mussten. Damals vergrößerte sich die Einwohnerzahl des Lagers binnen von nur drei Monaten ums Siebenfache: von 10 000 auf 73 000. Jetzt, wie auch in den Zeiten der Flucht der Einwohner aus Hadschin und Bagus, leben die Menschen unter katastrophalen Bedingungen, wobei es keinen normalen humanitären Zugang zu Al-Houl gibt.

Dasselbe gilt für das Flüchtlingslager Rukban, das auf dem von den USA illegitim okkupierten Terroristen bei At-Tanf liegt. Dank den gemeinsamen Bemühungen der russischen Militärs und der syrischen Behörden konnten aus diesem Lager etwa 19 000 Menschen evakuiert werden. Sie alle sind inzwischen heimgekehrt. Aber im Lager bleiben immer noch mehrere Tausende Menschen, deren Auszug faktisch Kämpfer aus der von den USA kontrollierten Gruppierung Magawir as-Saura blockieren. In diesem Zusammenhang muss ich abermals Russlands Position hervorheben, dass gerade die USA als Seite, die dieses Territorium okkupiert hat, die volle Verantwortung für die dort bleibenden Zivilisten und für Befriedigung ihrer humanitären Bedürfnisse tragen.

Die Coronavirus-Verbreitung in Syrien könnte sehr schlimme Folgen haben, wenn man bedenkt, dass es auf Territorien, die von Damaskus nicht kontrolliert werden, viele Flüchtlingslager gibt (insbesondere die erwähnten Rukban und Al-Houl. Darüber hinaus müsste man der syrischen Regierung helfen, alle Menschen, die den entsprechenden Schutz und medizinische Hilfe brauchen, damit zu versorgen.

Angesichts dessen befürworten wir den Aufruf der UN-Menschenrechtsbeauftragten, Michelle Bachelet, dass die sektoralen Sanktionen, die negative Folgen für das Gesundheitswesen und die Menschenrechte, haben, neu erwogen werden sollten.

Erwähnenswert ist auch der Aufruf des UN-Generalsekretärs António Guterres hinsichtlich der Sanktionspolitik einer ganzen Reihe von Ländern, was einseitige Sanktionen angeht, die in den Zeiten des globalen Problems alles andere als „Rettungsring“ sind und nur die Menschen, die den Kopf über Wasser halten müssen, behindern.

Unseres Erachtens sollten auch andere UN-Vertreter die schädlichen Folgen der einseitigen Sanktionen angesichts der Coronavirus-Verbreitung nicht verschweigen.

Wir teilen die Befürchtungen der UN-Hochkommissarin bezüglich der Epidemie-Verbreitung über Kuba, Nordkorea, Venezuela und Simbabwe, deren Gesundheitssysteme wegen der gegen sie gerichteten einseitigen Zwangsmaßnahmen äußerst geschwächt sind, wovon wir öfter sprachen. Unsere Besorgnisse gelten auch der Situation in Syrien und im Iran. Wir befürworten den Aufruf an internationale Spitzenpolitiker, sich kooperationsbereit und solidarisch zu zeigen, um die Sicherheit der Menschen und die Einhaltung der Menschenrechte zu gewährleisten. Wir wenden uns an die Länder, die bereit sind, unter jedem Vorwand einseitige Zwangsmaßnahmen zu ergreifen, um ihre eigenen wirtschaftlichen, politischen, konjunkturbedingten Ziele zu erreichen: Es ist immerhin an der Zeit, eigene Interessen in den Hintergrund zu schieben und angesichts der globalen Herausforderung gemeinsam zu handeln.

 

Zur Situation in bzw. um Venezuela

 

Ich muss abermals darauf verweisen, dass die globale Herausforderung an die Menschheit, nämlich die Covid-19-Pandemie uns zwingt, die bereits bestehenden Krisen, unter anderem in einzelnen Regionen, ganz anders zu betrachten. Ihre Regelung (wie wir schon sagten), aber wohl auch die Zukunft der modernen Zivilisation im Allgemeinen werden großenteils von denjenigen bestimmt, die ideologische Vorurteile loswerden und ihre egoistischen Interessen aufgeben und gemeinsam zu Gunsten aller Völker der Welt handeln werden.

Was Venezuela angeht, so sehen wir immer deutlicher, wer in Wahrheit die Verantwortung für dieses Land übernimmt. Die Regierung Nicolás Maduros ergreift trotz der äußerst schweren Wirtschaftsbedingungen konsequente und effiziente Maßnahmen zwecks Vorbeugung der Verbreitung des Coronavirus. Der venezolanische Präsident kontrolliert diese Frage höchstpersönlich, informiert seine Mitbürger regelmäßig über die Entwicklung der Situation und die Schritte, die unternommen werden.  Es wird eine intensive Arbeit mit internationalen Partnern und Organisationen geführt, die – leider im Unterschied zum IWF – fähig und bereit sind, dem venezolanischen Volk zu helfen, ohne politische Spiele zu spielen.

Vor diesem Hintergrund wurde die Kritik an der Regierung seitens der radikalen Opposition gerät total in den virtuellen Raum. Es lassen sich kaum noch akute politische Parolen, sondern nur Aufrufe zum Ausbau des Sanktionsdrucks auf das Land und zur Organisation irgendwelcher humanitären Hilfen unter irgendwelchen Bedingungen hören, die nur ihr selbst bekannt sind. Und das alles in einer Zeit, wenn sich alle Kräfte vereinigen sollten, um Venezolanern – ihrem eigenen Volk – zu helfen. Wir alle wissen noch, wie der Versuch zum so genannten „humanitären Durchbruch“ endete, den die Opposition initiiert hatte. Und das Echo des damit verbundenen Korruptionsskandals lässt sich immer noch hören. Es ist offensichtlich, dass solche Schritte weder zur Normalisierung der Situation in Venezuela beitragen noch die internationale Spannung um dieses Land abbauen können. Jetzt ist es wichtig wie nie zuvor, dass die Opposition ihre kleinlichen politischen Ambitionen aufgibt und sich auf die gemeinsame Lösung von bestehenden Problemen einstellt – und dabei im Interesse der Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung handelt.

Wir wiederholen auch immer wieder unseren Aufruf, die einseitigen rechtswidrigen Sanktionen aufzuheben, die unter den aktuellen Bedingungen der Epidemie praktisch zu einer Waffe des Völkermordes werden. Jetzt, wenn die von den Restriktionen nahezu erwürgte venezolanische Wirtschaft unverzügliche Unterstützung braucht, gefährden die Blockade von Lebens- und Arzneimittellieferungen, die Sperre von Konten in ausländischen Banken Tausende Menschenleben. Ich muss erinnern, dass Russland gestern gemeinsam mit anderen gleichgesinnten Staaten einen Brief an den UN-Generalsekretär António Guterres geschickt hat, in dem sie ihn aufriefen, von den Staaten die Abschaffung der zuvor verhängten einseitigen illegalen Sanktionen zu verlangen, die den Kampf gegen das Coronavirus behindern.

Russland wird seinerseits weiterhin Venezuela unterstützen, unter anderem bei der Normalisierung der sanitären und epidemiologischen Situation dort. In dieser Woche wurde nach Caracas eine neue Partie von Coronavirus-Testsystemen (10 000 Stück) geliefert. Wir bekommen Anträge auf Hilfe und beschäftigen uns damit.

Wir rufen die Teilnehmer der Weltgemeinschaft auf, egal wie ihre politischen Positionen sind, die Kräfte zu bündeln, um der neuen gefährlichen Herausforderung zu widerstehen.

 

Zu neuen Schritten der USA gegen Venezuela

 

Wir mussten uns über die jüngste Erklärung des US-Generalstaatsanwalts William Barr sehr wundern, in der er die venezolanische Führung beschuldigte, am internationalen Drogenhandel direkt teilzunehmen. Indem die US-Führung das Ziel verfolgt, die legitimen venezolanischen Behörden zu entmachten (daraus macht niemand ein Hehl), hat die US-Justiz sogar eine beträchtliche Summe für Informationen geboten, die angeblich die Festnahme Präsident Maduros und anderer Vertreter der höchsten Staatsführung Venezuelas ermöglichen würden.

Solche Erklärungen klingen absurd und wild. Während sich die ganze Welt im Kampf gegen das Coronavirus vereinigt, setzt Washington die politische Hetze dieses souveränen Staates fort.

Trotz des beispiellosen politischen und wirtschaftlichen Drucks unternimmt Präsident Maduro die nötigen Schritte, um der grenzüberschreitenden Verbreitung der Infektion zu widerstehen. Im Grunde zeigt er praktisch, dass er das moralische Recht hat, als einziger legitimer Leiter seines Landes bezeichnet zu werden.

Vertreter der US-Administration, insbesondere Präsident Trump selbst, behaupteten öfter, sie würden sich Sorgen um die Zukunft des venezolanischen Volkes  machen. Unseres Erachtens ist gerade die Zeit gekommen, wenn sie das in der Tat zeigen sollten, und zwar den kontraproduktiven Druck auf die Regierung Nicolás Maduros aufzugeben und ihr die Möglichkeit zu geben, die vor dem Land stehenden Probleme vollwertig zu lösen, ohne der rechtswidrigen Einmischung von außerhalb ausgesetzt zu werden.

 

Zum Beitrag Kubas zu den internationalen Anstrengungen bei der Bekämpfung der Covid-19-Epidemie

 

Im Kontext des aktuell harten Kampfes der Menschheit gegen die Covid-19-Pandemie möchte ich auf so unterschiedliche Eigenschaften einzelner Mitglieder der internationalen Gemeinschaft aufmerksam machen.

Am Mittwoch führte der Botschafter der Republik Kuba, Gerardo Peñalver Portal, im Außenministerium Russlands im Online-Format ein Treffen mit Journalisten durch. Dabei berichtete er über die Maßnahmen dieses Landes und die unentgeltliche Hilfe an andere Staaten durch die Kubaner. Ich möchte daran erinnern, dass von den vielen karibischen Staaten, darunter Mitglieder der Commonwealth-Staaten nur Kuba darauf einging, (40 km von der Hauptstadt) das britische Kreuzfahrtschiff MS BREAMER am 18. und 19. März aufzunehmen, an dessen Bord es fünf bestätigte Covid-19-Infizierungsfälle  und 52 Menschen mit Symptomen dieser Erkrankung gab. Bei dieser humanitären Operation wurden mehr als 1000 Passagiere und Besatzungsmitglieder nach Großbritannien geschickt.

Indem man die Risiken für ihre Staatsbürger begriff, reagierte Havanna auf den Hilferuf Italiens, wobei 52 Ärzte in die Lombardei geschickt wurden. Zudem retten kubanische Ärzte bereits Leben in Venezuela, Grenada, Nicaragua, El Salvador, St.Vincent und Grenadinen, St.Kitts und Nevis, Surinam und Jamaika. Es erfolgen Lieferungen der sich positiv gezeigten, darunter in China, medizinischen Geräte, darunter das auf Kuba produzierte Medikament Interferon Alpha 2-B.

Doch nicht alle unterscheiden sich durch solche gutherzige Eigenschaften und machen solche würdigen Taten. Die Insel der Freiheit leistet Hilfe, wobei beeindruckende Beispiele von Humanismus gezeigt werden, doch dabei finden sich auch jene, denen solche Anstrengungen nicht gefallen. Die Reaktion Washingtons ließ auf sich nicht lange warten. Dort wird von gewissen Gefahren der Kooperation mit Kuba beim Kampf gegen Coronavirus gewarnt. Ich möchte ihnen sagen, dass es ein Teil des Informationskriegs ist. Die ganzen Geschichten darüber, dass es eine gewisse Bedrohung seitens Russlands, gewisse russische aggressive Politik gibt - das ist alles ein Mythos. Nun sehen wir am Beispiel der humanitären Hilfe, die Russland an Italien leistete, der humanitären Hilfe, die Kuba und China an verschiedene Lände leisteten, was Informationsaggression in der Praxis ist. Blitzschnell, unter Berufung auf gewisse unbestätigte Quellen in verschiedenen Medien tauchen Artikel darüber auf, dass diese Hilfe ineffektiv, nicht nötig und nicht gefragt ist. Was steckt dahinter? Politik. Dass die Ziele in der Tat nicht erreicht bzw. ganz andere Ziele gestellt wurden. Mir scheint, dass solche Sachen sich durch eines kennzeichnen, wobei alle Merkmale von Propaganda aufgezeigt werden – nicht genannte Quellen. Wenn es eine prinzipielle Position, irgendwelchen Widerstand und Nichtakzeptanz gewisser Schritte, darunter in der humanitären Richtung, gibt, ist es sinnvoll, über sie zu sprechen, ohne den eigenen Namen zu nennen. Mir scheint, es wäre hingegen respektvoll – eine Position auszudrücken, eigene Herangehensweisen klar zu skizzieren. Doch es tauchten sehr viele Materialien zu mehreren Ländern auf. Auch Russland war keine Ausnahme – dass seine humanitäre Hilfe angeblich nicht effektiv ist, was eine Reaktion des Mitleids, darunter bei Italienern auslöste. Ich sah alle Erklärungen, die von der Regierung Italiens, Vertretern der Regionen, einfachen Staatsbürgern, die sich tatsächlich mit Ekelgefühl auf diese Einwürfe und Erscheinungen des Informationskriegs reagierten.

Alle Vorwürfe gegen Kuba seitens Washingtons, dass Kuba humanitäre Hilfe liefert, werde ich natürlich nicht aufzählen, weil es respektlos ist, das nochmals zu erwähnen. Das ist auch deprimierend für die Urheber selbst. Es ist klar, dass jemand ein unangenehmes Gefühl wegen der durch die britische Regierung ausgedrückten Dankbarkeit hatte. Obwohl das für die Menschheit des 21. Jh. merkwürdig ist. Wie auf Anweisung aus der Hauptstadt beschlossen die US-Medien einstimmig, dieses Ereignis zu ignorieren, geschweige denn die von den Kubanern geleistete Hilfe an ihre Nachbarn.

Leider gibt es in jeder Situation eigene Helden und Antihelden. Heute sehen wir sie. Es entsteht der Eindruck, dass wir tatsächlich in der Zeit leben, die in vielen Filmen beschrieben wurde. In diesen Tagen erinnere ich  mich sehr oft an eine Phrase: „Alle aus dem Schatten springen“.

Wir rufen erneut dazu auf, sich zu besinnen und auf die Seite der Geschlossenheit der gesamten Menschheit vor der gemeinsamen Bedrohung zu gehen. Wir appellieren an jene, die in dieser nicht einfachen globalen Situation versuchen, Schäden zu verursachen, eine Politik der Aggression und Destabilisierung durchzuführen, zur Besinnung zu kommen.

 

Zu der Verschiebung der XXXII Olympischen Sommerspiele in Tokio

 

Das Verhalten der russischen Seite zum Beschluss der Regierung Japans und des Internationalen Olympischen Komitees über die Verschiebung der XXXII Olympischen Sommerspiele für das Jahr 2021 wegen der Ausbreitung von Covid-19 in der Welt ist in der Erklärung des Sportministers der Russischen Föderation, Oleg Matyzin, dargelegt. In unserem Land und in der Welt wurde dieser Beschluss, der den Interessen der Sportler, Trainer und Zuschauer entspricht, mit Respekt und Verständnis wahrgenommen. Die Hauptpriorität für alle war und bleibt die Gesundheit der Menschen.

Vor diesem Hintergrund sehen die Spekulationen zum Thema Antidoping und Mutmaßungen über die Notwendigkeit des Ausschlusses der russischen Athleten von den Olympischen Spielen 2021 besonders zynisch aus. Man hätte wohl dieses Thema schon zur Seite legen können, irgendwie verstehen, dass uns allen eine Chance auf eine tiefe Einschätzung der Entwicklung gegeben wird, damit die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden. Doch in der Tat verstehen das nicht alle.

Es handelt sich um eine Erklärung des Chefs der US-Antidopingagentur Travis Tygart, der in der aktuellen Situation eine Möglichkeit der Vorteile für Sportler, die wegen Doping erwischt wurden, sah. Ausgehend aus dieser Logik würde 2021 die Disqualifikation für viele von ihnen ablaufen, und die Verletzer de facto ungestraft werden und den Zugang zu den Olympischen Spielen in Tokio bekommen. Das ist eine endlose Phantasie zu diesem Thema.

Doch leider werden solche Fakes, Desinformation, Märchen vor dem Abschluss der Behandlung der Klage der Wada gegen die Russische Antidopingagentur Rusada, durch das Sportschiedsgerichtshof in Lausanne verbreitet. Das alles sieht als ein zusätzlicher Versuch, das Gericht unter Druck zu setzen, aus.

Dabei werden diese Antidopingregeln im US-Sport oft vernachlässigt, wobei sie nur als bedingt betrachtet werden. Ein weiterer Doping-Skandal brach derzeit um den 36-jährigen Radfahrer John Gleaves aus, der als „Experte“ beim Kampf gegen Konsum der verbotenen Arzneimittel bekannt ist. Bemerkenswert ist, dass sein Hauptberuf Dozent des Lehrstuhls für Kinesiologie von California State University ist. Der Bereich seiner wissenschaftlichen Interessen – Anwendung der verbotenen Medikamente im Sport. Doch paradoxal ist, dass er einst zu einer Wada-Arbeitsgruppe für Doping-Verbreitung, konsultativen Antidopingrats des Radsportverbandes der USA gehörte und sogar Zeuge der Verteidigung im Doping-Fall Armstrongs war.

Zentrale Medien der USA, die nach den kleinsten Skandalen im russischen Sport suchen, ignorierten den Fall Gleaves. Es bildet sich der Eindruck, dass die Beobachter als ob gezielt eklatante Situationen verschweigen, wenn der “anerkannte Kämpfer” gegen Doping im Sport sich selbst als Verletzer erwies.

Unsererseits treten wir gegen jede Doping-Formen bzw. Manipulationen bei Wettkämpfen ein. Wir werden weiterhin die Prinzipien des Olympismus, Ehrlichkeit und Sauberkeit der Durchführung der Sportwettbewerbe bei Unzulässigkeit der Diskriminierung und kollektiven Verantwortung der Nationalmannschaften für die Rechtsverstöße einzelner Personen verteidigen.

 

Zur Wiederwahl von Luis Almagaro zum Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten

 

Am 20. März fanden im Hauptquartier der Organisation der Amerikanischen Staaten in Washington die Wahlen des Generalsekretärs statt. Mit den meisten Stimmen wurde zu diesem Posten der amtierende Generalsekretär, Uruguayer Luis Almagro, wiedergewählt.

Russland verfügt bereits seit drei Jahrzehnten über den Status des ständigen Beobachters bei dieser Struktur, nahm mit ihr ein nützliches Zusammenwirken auf, darunter bei den Fragen der Bekämpfung der neuen Herausforderungen und Bedrohungen – internationaler Terrorismus, illegaler Drogenhandel. Wir unterstützen konstruktive Beziehungen mit allen Ländern Lateinamerikas und Karibik, die dazu gehören, treten unveränderlich dafür ein, dass diese Region politisch stabil und wirtschaftlich fest ist.

In diesem Zusammenhang wurden wir darauf aufmerksam, dass die Wahlen für den Posten des Leiters des Generalsekretariats der Organisation zum ersten Mal seit vielen Jahren keinen Konsens-Charakter hatten, sondern bedeutende Meinungsverschiedenheiten der Mitgliedsstaaten widerspiegelten, deren Beweis großer Unterschied bei den Stimmen für Kandidaten war. Angesichts dessen möchten wir die Hoffnung ausdrücken, dass im Rahmen seines zweiten Mandats Almagro eine friedliche, nicht konfrontative Lösung der in der Region der westlichen Hemisphäre existierenden Probleme fördern wird, und es gibt sie leider viele.

Auf dieser Grundlage sind wir zum Ausbau der weiteren Verbindungen mit der Organisation im Geiste des gegenseitigen Respekts bereit.

 

Zu den Parlamentswahlen und Verfassungsreferendum in Guinea

 

Am 22. März fanden in der Republik Guinea Parlamentswahlen statt, zudem gab es ein Verfassungsreferendum. Im Ganzen fanden sie organisiert statt, es gab leider einzelne Provokationen, sie führten leider in mehreren Fällen zu menschlichen Opfern.

Wir rechnen damit, dass die guineischen Behörden alle notwendigen Maßnahmen zum Abschluss des Verfahrens der Berechnung der Stimmen, Ergebnisse des stattgefundenen Referendums treffen werden, dessen Ergebnis die Willensäußerung des Volkes Guineas objektiv widerspiegeln wird , das das einzige ist, das die Zukunft seines Landes bestimmt. 

Wir gehen davon aus, dass der Beschluss zur Zusammensetzung des höchsten legislativen Organs und Verfassungsänderungen eine rein innere Angelegenheit des guineischen Staates ist und betrachten in diesem Zusammenhang die Versuche der äußeren Einmischung in den Wahlprozess in der Republik Guinea als unannehmbar.

Wir rufen alle politischen Kräfte Guineas zur maximalen Zurückhaltung, Verantwortungsgefühl, Anhänglichkeit an die gegenseitigen Kompromisse im Interesse des Friedens, Stabilität der mit uns befreundeten Republik Guinea auf.

 

Zum 60. Jahrestag der Unabhängigkeit Senegals

 

Am 4. April wird die Republik Senegal, mit der wir traditionell freundschaftliche Beziehungen pflegen, den 60. Jahrestag der Unabhängigkeit als Staat feiern. Das Volk dieses Staates hat eine jahrhundertelange Geschichte, eigene Traditionen, Bräuche. Senegal ist heute einer der sich am schnellsten entwickelnden Staaten Afrikas mit einem Wachstum von Wirtschaftstempo.

Im Moment ist es natürlich ziemlich schwer, davon zu sprechen, wenn man die aktuellen Prozesse bedenkt, aber das wirtschaftliche Wachstumstempo lag bei sechs bzw. sieben Prozent. Aber einst wurde auf diesen Territorien, die von ersten Europäern, nämlich von Portugiesen im 15. Jahrhundert erreicht, dann aber von Franzosen eingenommen wurden, mit Sklaven gehandelt. Weltbekannt war die in wenigen Kilometern von der jetzigen Hauptstadt Dakar liegende kleine Insel Gorée. Diese „Insel der Verlorenen“ war 300 Jahre lang ein Gefängnis für Millionen Afrikaner – sie wurden dorthin vom Festland gebracht, wo sie warteten, bis sie nach Süd- oder Nordamerika geschickt werden. Damals starb jeder dritte Sklave an Hunger – viele von ihnen starben unmittelbar auf der Insel. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Land die Unabhängigkeitsbewegung immer aktiver, an deren Spitze Léopold Sédar Senghor stand. Das war ein herausragender Soziologe und Philosoph, Dichter, Doktor der Wissenschaften. Neben einigen anderen Intellektuellen afrikanischer Herkunft entwickelte er eine Konzeption, die die Eigenständigkeit und den Eigenwert der Zivilisation der afrikanischen Urbevölkerung hervorhob. Das leistete einen besonderen Beitrag zur Geschichte der Menschheit – ich meine die Zivilisationsentwicklung. 1960 wurde er zum ersten Präsidenten des unabhängigen Senegals.

Auf Basis von Traditionen der Vergangenheit modernisiert Senegal, dessen innenpolitische Situation enorm stabil ist, seine Wirtschaft und erweitert konsequent den Kreis seiner ausländischen Investoren. In Dakar wurde ein moderner internationaler Flughafen eröffnet, es werden in diesem Land Schnellbahnen und auch Autobahnen gebaut. 30 Kilometer weit von der Hauptstadt wird eine so genannte „Zukunftsstadt“ unter dem romantischen Namen Diamniadio errichtet. Ich möchte von ganzem Herzen dem Volk dieses Landes zum nationalen Feiertag gratulieren und ihm weitere Erfolge auf dem Weg zu seinen Zielen sowie Frieden, Gedeihen und Wohlstand wünschen.

 

Aus Antworten auf Fragen:

Frage: Man sagt, die Situation um die Pandemie in Europa habe sich so rasant verschlechtert, weil Europa darauf nicht gefasst gewesen sei. Heutzutage, wenn wir die schreckliche Virusverbreitung vom Westen bis zum Osten sehen, hätte ich gerne gewusst, inwieweit Russland bereit ist, seine Bürger vor dieser Epidemie zu schützen? Wie wird das Quarantäne-Regime eingehalten, das Präsident Putin ausgerufen hat? In sozialen Netzwerken scherzt man, der russische Präsident würde Tiger und Löwen in Städten freilassen, damit  die Einwohner die Quarantäne einhalten.

Antwort: Was die Maßnahmen angeht, die die russischen Behörden zwecke Bekämpfung der Coronavirus-Infektion ergreifen: Erstens werden sie angesichts der Entwicklung der Situation regelmäßig vervollkommnet. Zweitens veröffentlichen alle Informationsressourcen diese Informationen online. Darüber hinaus sollte man sich sowohl an den Entscheidungen unserer föderalen Behörden als auch an den Maßnahmen richten, die in einzelnen Regionen ergriffen werden, was äußerst wichtig für die Menschen ist, die in diesem oder jenem Föderationssubjekt leben. Noch gibt es Maßnahmen, die mit der Ein- bzw. Ausreise aus Russland verbunden sind: Es gibt entsprechende Beschränkungen. Ich werde sie jetzt nicht aufzählen und mache Sie lieber auf entsprechende Informationsressourcen aufmerksam: Websites, die unter der Ägide der Regierung funktionieren, auf Ressourcen und Maßnahmen, die in unseren Regionen ergriffen werden.

Ich dachte nicht, dass Ihre ernste Frage teilweise lustig sein wird. Der von Ihnen angeführte Scherz aus dem Internet, Präsident Putin würde Tiger und Löwen durch die Straßen laufen lassen, ist wirklich lustig. Nicht weil es so etwas unmöglich wäre, sondern weil bei uns üblicherweise Bären durch die Straßen laufen – sie sind ja effizienter.

Frage: Im Iran ist wegen der Sanktionen und wegen des Mangels an Ärzten eine schreckliche Situation entstanden. Das Coronavirus hat sich über das ganze Land verbreitet. Falls die Weltgemeinschaft die Situation im Iran jetzt ignoriert, könnte dieses Problem in der nächsten Zeit die ganze Region erfassen. Russland ist der nächste Freund des Irans. Wie könnte es dem Iran im Kampf gegen das Virus und in der Frage der Abschaffung der Sanktionen helfen, damit die Weltgemeinschaft zur Normalisierung der Situation nicht nur im Iran, sondern in der ganzen Region beitragen könnte?

Antwort: Die Frage von der internationalen Hilfe an den Iran, von der russischen Hilfe an den Iran ist nicht einfach nur sehr ernst – das ist ein globales regionales Problem. Ich denke, man kann sagen, dass dieses Problem auf der Tagesordnung der ganzen Welt steht, denn es wurde großenteils künstlich provoziert, wenn man den beispiellosen Druck bedenkt, dem der Iran ausgesetzt wird: den wirtschaftlichen, politischen, die endlosen Erklärungen, die nicht nur unanständig sind und mit der Ethik nichts zu tun haben, sondern auch unrechtlich sind.

Ich muss Sie darauf aufmerksam machen, dass am 24. März ein Telefonat des Außenministers Russlands, Sergej Lawrow,  mit seinem iranischen Amtskollegen Mohammed Sarif stattgefunden hat. Diese Mitteilung wurde auf der Website des Außenministeriums Russlands veröffentlicht (https://www.mid.ru/ru/foreign_policy/news/-/asset_publisher/cKNonkJE02Bw/content/id/4092057). Es wurden diverse Fragen im Kontext der Coronavirus-Epidemie erörtert. Es wurde das bilaterale Zusammenwirken bei der Gegenwirkung dieser globalen Herausforderung hoch eingeschätzt. Unter anderem wurde die von Russland früher geleistete humanitäre Hilfe an den Iran hervorgehoben. Sergej Lawrow betonte seinerseits das, was wir öfter auf verschiedenen Ebenen erklärten: Russland fordert Washington auf, unverzüglich seine antihumanen Sanktionen abzuschaffen, die entsprechende Regierungen bei der Bekämpfung der Pandemie behindern. Für den Iran gilt das in erster Linie.

Ich mache Sie auch auf den Kommentar des Vizeaußenministers Sergej Rjabkow vom 21. März aufmerksam (https://www.mid.ru/ru/foreign_policy/news/-/asset_publisher/cKNonkJE02Bw/content/id/4091467). Auch er rief die USA zum Verzicht auf einseitige Sanktionen gegen den Iran auf, dem es in der aktuellen Situation der Coronavirus-Verbreitung an Mitteln zwecks Lösung von dringend zu lösenden Aufgaben im Gesundheitsbereich mangelt.

Frage: Nach dem Treffen mit dem US-Außenminister Mike Pompeo wird in Afghanistan die Liste der Delegationsmitglieder vorbereitet, die an Verhandlungen mit den Taliban teilnehmen werden. Was erwartet Russland von den bevorstehenden Verhandlungen? Wird nach den afghanisch-afghanischen Verhandlungen irgendein Treffen von Sonderbeauftragten Russlands, der USA und anderer Länder  geplant?

Antwort: Die russische Seite rechnet vor allem mit schnellstmöglichem Beginn der afghanisch-afghanischen Verhandlungen, bei deren Vorbereitung es so viele Schwierigkeiten gab. Die Situation wird auch dadurch belastet, dass es in Kabul keine einheitlichen Machtstrukturen gibt und dass die Frage vom Gefangenenaustausch ungelöst bleibt. Wir begrüßen in diesem Zusammenhang die Vereinbarung zwischen den Taliban und Vertretern Afghanistans, dass am 31. März die Befreiung der Taliban-Kämpfer einerseits und der Soldaten der Regierungstruppen andererseits beginnen wird.

Unseres Erachtens werden die afghanisch-afghanischen Verhandlungen schwierig und viel Zeit in Anspruch nehmen. Bei diesen Kontakten müssen die Seiten einen „Fahrplan“ der Entwicklung Afghanistans nach dem Konflikt vereinbaren. Russland wird gemeinsam mit China, den USA und anderen internationalen Partnern den Verhandlungsprozess fördern, unter anderem im Rahmen der Treffen im Format des „erweiterten Dreigespanns“, damit ein Abkommen getroffen wird, das allen afghanischen Seiten passt, und damit sich in diesem Land ein nachhaltiger Frieden etabliert.

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Im Internet gab es eine Geschichte, die ein großes Aufsehen auslöste. Ich denke, wenn es gewisse aufsehenerregende Geschichten gibt, die mit den außenpolitischen Aktivitäten Russlands verbunden sind, kann man immer sehr schnell Kommentare des Außenministeriums Russlands erhalten. Aber stattdessen besprachen viele dieses Thema in sozialen Netzwerken, ohne uns darüber zu fragen. Wer sich an uns wandte, hat diese Informationen schnell erhalten.

Ich meine die Medienberichte, Polen hätte angeblich seinen Luftraum für die russischen Flugzeuge mit militärischen medizinischen Hilfsgütern für Italien gesperrt. Die Botschaft Polens widerlegte diese Behauptungen. Auch wir bestätigten das nie! Ich muss Sie darauf aufmerksam machen, dass alle, die sich an uns in dem Moment wandten, sagten, wir hätten keine solchen Informationen. Und wir haben sie überprüft und ziemlich umfassende Kommentare abgegeben.

Ich muss abermals sagen: Die russische Seite beantragte nicht den polnischen Luftraum für den Flug unserer Maschinen mit humanitären Hilfsgütern. Für den Flug nach Italien wurde ein anderer Weg genutzt. Also gab es da viel Lärm um nichts.

Frage: Einige ausländische Medien schrieben zuletzt, Italien brauche keine russische Hilfe, und unser Land würde sich wieder in die Angelegenheiten eines anderen Staates einmischen. Was halten Sie davon? Warum versucht man wieder, Russland als einen Aggressor darzustellen?

Antwort: Erstens weil das inzwischen ein großer Trend ist, der keine neuen statistischen Angaben verlangt. Zweitens ist man ganz banal neidisch: Denn ein Land, das keine Blöcke oder Bündnisse mit Italien hat, entwickelt Freundschaftsbeziehungen mit ihm und ist bereit, ihm in einem der am meisten dramatischen Momente in seiner Geschichte die Hand zu reichen, und zwar unabhängig vom politischen Kontext, von der Konjunktur, von seinen eigenen Ansichten zu den internationalen Beziehungen auf dem europäischen Kontinent. Es sieht einfach die Leiden des italienischen Volkes und begreift, dass leider kaum noch jemand in der Welt bereit ist, Italien die Hand zu reichen, was es dringend braucht. Und darauf, was dazu geschrieben und gesagt wurde, sollte man nur herabschauen, allerdings ohne Überheblichkeit, sondern einfach mit Scheue, weil das alles Unsinn ist.

In der ganzen Welt, auf allen Kontinenten, erleben wir gerade einen ziemlich schweren Moment, den die Menschheit in den letzten Jahrzehnten nie kannte. In dieser Zeit zeigen die Menschen das Beste, was sie haben. Manche aber verlieren sich leider selbst. Das ist die richtige Stunde der Wahrheit, wie es sie wohl nur ein einziges Mal im Leben gibt. Alles, wozu jeder Mensch fähig ist, wird sich zeigen. Russland ist imstande, anderen Hilfe zu leisten, wenn es die Schmerzen spürt, die Menschen in einem anderen Land empfinden.

Ich muss zudem sagen, dass auch die Italiener selbst (wie ich schon sagte) den Kommentar richtig wahrgenommen und beantwortet haben. Sehen Sie sich abermals an, was sie darauf gesagt haben.

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Wir leisten weiterhin Hilfe den russischen Staatsbürgern, die im Ausland in sehr schwere Situationen geraten sind. Der Stab des Außenministeriums Russlands arbeitet tagtäglich und praktisch rund um die Uhr, wie auch unsere Botschaften.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

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