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21 Juli 201712:16

Antwort des stellvertretenden Direktors der Abteilung für Informationen und Presse des Außenministeriums Russlands, Artjom Koschin, auf die Frage des libanesischen Mediennetzwerkes Al-Majadin zum Beschluss der Administration des Präsidenten der USA, Donald Trump, über den Abbruch des Programms zur Ausrüstung der syrischen Opposition

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Frage: Wie wurde in Moskau der Beschluss der Administration des Präsidenten Donald Trump zum Abbruch des Programms zur Aufrüstung der syrischen Opposition wahrgenommen? Kann man sagen, dass es einer der Errungenschaften des jüngsten Treffens des Präsidenten Russlands, Wladimir Putin, und des Präsidenten der USA, Donald Trump, in Hamburg ist? Führte es zu irgendwelchen Ergebnissen beim Syrien-Problem?

Antwort: Sie meinen anscheinend einen Artikel in der Zeitung „Washington Post“ vom 19. Juli. Die Verfasser des Artikels behaupten, dass Donald Trump das geheime CIA-Programm zur Ausbildung und Bewaffnung der „gemäßigten“ Opposition stoppen ließ, und dass dieser Beschluss angeblich unter Berücksichtigung des Wunsches des US-Präsidenten getroffen wurde, mit Russland bei der Regelung der Syrien-Krise zu arbeiten.

Aus offiziellen Quellen haben wir nichts über irgendeinen Beschluss gehört, der in Washington zu dieser Frage getroffen wurde. Wir wissen ebenfalls nichts über den Zustand ähnlicher Programme, die von anderen US-Diensten umgesetzt werden können. Die US-Aufklärung berichtet uns darüber nicht. Zudem wurde im Artikel betont, dass das Weiße Haus den Beschluss zur CIA vor einem Monat getroffen hat – vor dem Präsidententreffen in Hamburg.

Falls man darüber im Ganzen spricht, wurde unsere Position in Bezug auf das Kokettieren der USA mit syrischen Extremisten mehrmals bekannt gegeben. Das kann zu unvoraussagbaren militärischen und politischen Folgen führen. Wir verwiesen die Amerikaner mehrmals auf ihre Anspruchslosigkeit dabei, mit wem sie in Syrien zu tun haben, wobei eigene geopolitische Interessen verfolgt werden. Es wurde von Washington angestrebt, die Trennung der so genannten „gemäßigten“ Opposition von eindeutigen Terroristen zu erreichen, darunter den einheimischen Abzweig von Al-Qaida – Dschebhat an-Nusra, die das Pentagon bei seinen Operationen irgendwarum nicht berührt.

Es ist kein Geheimnis, dass ein bedeutender Teil der Extremisten, denen die Amerikaner im Rahmen des Programms Train und Equip ausbildeten, im Ergebnis sich dem ISIL und Nusra anschlossen. Das ist die Wiederholung der traurigen Erfahrung Afghanistans und Libyens. Die Folgen sind allen offensichtlich.

Wenn man zu Hamburg zurückkehrt, hat die Besprechung des Syrien-Themas, wie Präsident Russlands, Wladimir Putin sagte, das Vorhanden des Verständnisses bei Donald Trump gezeigt, dass unsere Staaten mit gemeinsamen Anstrengungen vieles bei der Konfliktregelung in Syrien erreichen können. Ein konkretes Ergebnis solches Zusammenwirkens wurde bereits die russisch-amerikanisch-jordanische Vereinbarung vom 7. Juli zur südlichen Deeskalationszone. Wir hoffen, dass dies die Basis zur Vorwärtsbewegung in anderen Richtungen bilden wird.

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