8 Januar 200317:13

RIA-"NOWOSTI"-INTERVIEW DES AMTSSPRECHERS DES RUSSISCHEN AUßENMINISTERIUMS ALEXANDER JAKOWENKO IM ZUSAMMENHANG MIT DEM FÜR DEN 10. BIS 11. JANUAR GEPLANTEN TREFFEN DER REGIERUNGSCHEFS DER TEILNEHMERLÄNDER DES RATS DER BARENTS- UND DER EUROARKTISCHEN REGION

19-08-01-2003

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Frage: Berichten Sie bitte über das bevorstehende Treffen der Regierungschefs der Mitgliedsländer des Rats der Barents- und der Euroarktischen Region in Norwegen! Wer wird daran teilnehmen?

Antwort: Die Sitzung des Rats der Barents- und der Europäischen Region findet am 10. und 11. Januar in Kirkenes aus Anlass des 10jährigen Bestehens dieser regionalen Organisation statt. Auf Einladung des norwegischen Ministerpräsidenten Kjell Magne Bondevik werden die Regierungschefs der Russischen Föderation, Dänemarks, Islands, Finnlands, Schwedens sowie Vertreter Griechenlands /EU-Vorsitzender/ und der EU-Kommission an diesem Treffen teilnehmen. Eingeladen sind auch Leiter der Regionen der Teilnehmerländer, die dem Rat der Barents- und der Euroarktischen Region angehören (russischerseits die Leiter der Republiken Karelien und Komi, des autonomen Bezirks der Nenzen, der Gebiete Murmansk und Archangelsk).

Frage: Mit welcher Problematik werden sich die Treffensteilnehmer auseinandersetzen?

Antwort: Es ist geplant, in Kirkines einen informellen Meinungsaustausch über den ganzen Komplex von Problemen durchzuführen, die mit dem Ausbau der Zusammenarbeit im Interesse der Festigung der Stabilität und des Vertrauens in internationalen Beziehungen, der Nutzung der Kapazitäten des Mechanismus zum Zusammenwirken zwischen regionalen und subregionalen Strukturen sowie weiterer Entwicklung der bilateralen Beziehungen zwischen Russland und anderen Mitgliedstaaten zusammenhängen.

Auf der Tagesordnung stehen Fragen einer engeren Kooperation in der Region im Bereich der Wirtschaft, der Energetik, des Transports, des Umweltschutzes und des Sozialschutzes, bei der Gewährleistung der nuklearen und der Strahlungssicherheit, Entwicklung der Grenzbeziehungen, des Gesundheitswesens, des Bildungswesens und der Kultur. Zum Abschluss der Diskussionen wird voraussichtlich eine gemeinsame Deklaration angenommen werden.

Frage: Welche Bedeutung misst Russland dem Zusammenwirken im Rahmen des Rats der Barents- und der Euroarktischen Region bei?

Antwort: Die russische Seite erachtet die Teilnahme am Rat als eine der wichtigsten Richtungen ihrer Europa-Politik. Innerhalb von zehn seit ihrer Gründung vergangenen Jahre entwickelte sich diese Organisation zu einer angesehenen europäischen Struktur und wurde zu einem effektiven Mechanismus der multilateralen Kooperation im Norden.

Für Russland ist es besonders wichtig, die Möglichkeiten des Rats zu nutzen, um die Partnerschaftsbeziehungen mit benachbarten Regionen im Interesse der Förderung der sozialwirtschaftlichen Entwicklung des russischen Nordens und Nordwestens zu erweitern und dort einen Komplex von ökologischen Problemen zu lösen, unter anderem die nukleare und Strahlungssicherheit zu gewährleisten.

Dieses Herangehen beruht auf tiefgreifenden Nationalinteressen Russlands, deren Wahrung feste Kontakte zu europäischen Staaten in allen Bereichen der Beziehungen erfordert. Die internationale Zusammenarbeit in Nordeuropa gestaltete sich heute zu einem System stabiler Beziehungen, an dem nicht nur Staaten, sondern auch Privatunternehmer, Politiker, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Nichtregierungsorganisationen und Organisationen nördlicher Stammvölker teilnehmen. Dies ist sowohl das Ergebnis als auch die Triebkraft der tiefgreifenden Wandlungen in der europäischen Arena, die mit der Überwindung des Erbes des Kalten Krieges zusammenhängen. In der Region, über die einst eine der Linien der Blockkonfrontation verlief, bildet sich ein neues "Gewebe" des Zusammenwirkens im Rahmen des einheitlichen demokratischen Raums heraus.

In dieser Hinsicht trägt die Barentssee-Kooperation real zu den Integrationsprozessen in Europa bei, die sowohl auf der Basis der Europäischen Union, als auch im Rahmen der Kooperation zwischen der EU und Russland ablaufen.

Frage: Welches ist das Teilnahmeprogramm der russischen Delegation auf dem Treffen der Teilnehmerländer des Rats der Barents- und der Euroarktischen Region?

Antwort: Im Laufe seines Aufenthalts in Kirkenes plant der Ministerpräsident Russlands Michial Kassjanow eine Reihe von bilateralen Gesprächen mit seinen nordeuropäischen Amtskollegen. Am 10. Januar soll Kassjanow zusammen mit dem norwegischen Regierungschef Kjell Magne Bondevik an der festlichen Einweihung der modernisierten Kontroll- und Übergangsstelle "Borissoglebsk-Sturskug" an der russisch-norwegischen Grenze teilnehmen. Unserer Meinung nach ist die erfolgreiche Umsetzung des Projekts zur Einrichtung dieser Kontroll- und Übergangsstelle ein anschauliches Beispiel der Effektivität der bilateralen Kooperation im Interesse der Entwicklung der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen und zwischenmenschlichen Kontakte.

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