10 Januar 200313:55

INTERVIEW VOM AMTSSPRECHER DES RUSSISCHEN AUßENMINISTERIUMS ALEXANDER JAKOWENKO IM ZUSAMMENHANG MIT DEM BEVORSTEHENDEN MOSKAU-BESUCH DER AUßENMINISTERIN MAZEDONIENS ILINKA MITREVA

38-10-01-2003

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Frage: Wie gestaltet sich gegenwдrtig die Kooperation Russlands mit Mazedonien?

Antwort: Russisch-mazedonische Beziehungen zeichnen sich durch ein hohes Niveau des gegenseitigen Verstдndnisses aus, die Seiten fьhren stдndigen politischen Dialog. Von regelmдЯigem Charakter ist der Meinungsaustausch zu aktuellen Aspekten der Weltpolitik und der russisch-mazedonischen Beziehungen. Zwischen den AuЯenministerien und Parlamenten werden Kontakte unterhalten. Russland und Mazedonien sehen es darauf ab, das vorhandene Potential maximal einzusetzen, um die bilaterale Zusammenarbeit allseitig zu vertiefen.

Stabile Entwicklung weisen russisch-mazedonische Handels- und Wirtschaftsbeziehungen auf. Der bilaterale Warenumsatz innerhalb der neun Monate 2002 betrug 75,6 Millionen US-Dollar. Russische Exporte im Januar bis September des Vorjahres erreichten 64,3 Millionen US-Dollar, wдhrend sich die Importe im Vergleich zum Bezugszeitraum des Jahres 2001 um 15,6 Prozent auf rund 11 Millionen US-Dollar vergrцЯerten.

Frage: Was steht auf der Tagesordnung bevorstehender Verhandlungen in Moskau?

Antwort: Im Laufe des Arbeitsbesuchs der mazedonischen AuЯenministerin Ilinka Mitreva in Russland sollen unter anderem die Lage auf dem Balkan, die innermazedonische Regelung und Entwicklungsprobleme der bilateralen Beziehungen zur Sprache kommen.

Unsere gesteigerte Aufmerksamkeit gegenьber der Balkan-Problematik und Anstrengungen im Rahmen verschiedener Foren erklдren sich dadurch, dass die Erlangung der Stabilitдt in diesem Teil Europas im Nationalinteresse Russlands liegt, die umfassende, langfristige und gegenseitig vorteilhafte Zusammenarbeit mit den Staaten der Region fцrdert.

Frage: Wie schдtzen Sie die Bemьhungen der mazedonischen Regierung um die Normalisierung der innenpolitischen Lage im Lande ein?

Antwort: Im vergangenen Jahr konzentrierte die Staatsfьhrung Mazedoniens im Zusammenwirken mit fьhrenden internationalen Faktoren ihre Anstrengungen auf Normalisierung der Lage im Lande aufgrund des Rahmenabkommens von Ohrid. Man leistete eine groЯe Arbeit, die sich gut in den globalen Anti-Terror-Kampf einfьgt und auf die Verankerung positiver Tendenzen in der Beilegung des Konflikts und Verhьtung seiner Wiederholung sowie auf Schaffung von Bedingungen fьr eine allseitige Entwicklung der multinationalen mazedonischen Gesellschaft abzielt.

Die mazedonische Seite legt groЯen Wert auf die Bekrдftigung der Prinzipien der Unantastbarkeit der Grenzen, die Grenzsicherheit und die Verfestigung des multinationalen Charakters der Balkan-Staaten. Von groЯer Bedeutung ist die Entwicklung gutnachbarschaftlicher Beziehungen zwischen den Lдndern der Region.

Frage: Wie steht Russland zur Lцsung der territorialen und der ethnischen Frage in Mazedonien?

Antwort: Wir treten unentwegt fьr das Fortbestehen Mazedoniens als eines einheitlichen, unitдren Staates ohne jegliche zwischenethnische Trennungslinien ein, unterstьtzen nach Krдften die mazedonische Staatsfьhrung, die sich konsequent fьr die Souverдnitдt und die Integritдt des Staates einsetzt.

Dem Modell der Regelung zwischennationaler Beziehungen in Mazedonien liegen Verfassungsдnderungen und -gesetze zugrunde, die im Rahmenabkommen vorgesehen und vom Landesparlament verabschiedet worden sind. Dieses Modell ist berufen, eine wahre ethnische Gleichberechtigung zu gewдhrleisten, nationale Gemeinden zur Beschlussfassung hinzuzuziehen, die demokratische Entwicklung der mazedonischen Gesellschaft als eines einheitlichen Ganzen sicherzustellen. Wir hoffen auf die Erreichung dieser Ziele trotz allen Schwierigkeiten.

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