16 April 201817:08

Rede des Außenministers Russlands, Sergej Lawrow, bei der Eröffnung der Ausstellung „Ilja Glasunow. Chile mit den Augen des Künstlers“ am 16. April 2018 in Moskau

718-16-04-2018

  • de-DE1 en-GB1 es-ES1 ru-RU1 fr-FR1
 

Sehr geehrte Frau Orlowa,

sehr geehrter Herr Botschafter,

es ist mir sehr angenehm, die wunderschöne Moskauer staatliche Gemäldegalerie unseres herausragenden Künstlers und Zeitgenossen Ilja Glasunow wieder zu besuchen.

Zum letzten Mal hatten wir uns hier im Dezember des vorigen Jahres getroffen, als hier seine Bilder ausgestellt wurden, die er in Nicaragua geschaffen hatte. Und heute haben wir die Ausstellung „Ilja Glasunow. Chile mit den Augen des Künstlers“.

Ich möchte mich bei Frau Orlowa dafür sehr bedanken, dass wir gemeinsam mit dem Außenministerium Russlands und der Botschaft Chiles in Russland wieder eine so wichtige Veranstaltung eröffnen. Hoffentlich werden solche Veranstaltungen zu einer guten Tradition.

Ilja Glasunow besuchte Chile im Juli 1973, traf sich mehrmals mit dem Präsidenten Salvador Allende und reiste gemeinsam mit ihm durch dieses Land. Auf dieser Ausstellung gibt es ein Porträt, das während eines Treffens Salvador Allendes mit Arbeitern im Dorf El Salvador gemalt wurde. Leider ist das „Parade-Porträt“, das der Maler nach der Natur gezeichnet hat, nicht erhalten geblieben, weil es von den Kämpfern verbrannt wurde, nachdem sie den Palast „La Moneda“ erobert hatten.

Jedenfalls spricht das Erbe, das wir gerade sehen, von vielem, unter anderem davon, wie Ilja Glasunow das Leben und die Ereignisse in der Welt wahrnahm. Der Künstler besuchte Chile während der sehr umständlichen und blutigen Ereignisse, während eines verbissenen innenpolitischen Kampfes. Ilja Glasunow hatte natürlich Mitleid mit dem chilenischen Volk. Aber das wichtigste war für ihn, nicht die Politik zu widerspiegeln, sondern die Eigenart des nationalen Charakters, wovon wir uns überzeugen können, wenn wir diese Bilder sehen. Meines Erachtens ist es ihm gelungen, die Chilenen als ein Volk darzustellen, das seiner Geschichte treu ist und einen willensstarken Charakter hat, das sehr viel Wert auf die eigene Freiheit auf die selbstständige Wahl seiner künftigen Entwicklung legt.

Heute pflegen wir mit Chile sehr gute und warme Beziehungen, bei denen es unter anderem um den regelmäßigen Dialog auf höchster Ebene geht, um Kontakte in verschiedenen internationalen Organisationen, vor allem in der UNO, wo wir die Oberhand des Völkerrechts verteidigen. Genauso wie die Chilenen, sind wir von der Notwendigkeit fest überzeugt, die zentrale Rolle der UNO und ihres Sicherheitsrats bei der Regelung von jeglichen Konflikten und Krisen in der Welt zu festigen. Das ist ein sehr wichtiger Aspekt unseres Zusammenwirkens.

Es ist erfreulich, dass sich in den letzten Jahren – nach entsprechenden Gipfeltreffen – unsere Handels- bzw. Wirtschaftskooperation in ganz verschiedenen Bereichen intensiv entwickelt: Elektroenergetik, Flugzeug-, Schiff- und Automobilbau, Atomenergetik, Pharmazie.

Sehr intensiv arbeitet die Russisch-Chilenische Regierungskommission für Handels- und Wirtschaftskooperation. Sehr intensiv entwickelt sich der Dialog zwischen der Eurasischen Wirtschaftsunion und Chile.

Ich denke, dass wir bei der heutigen Veranstaltung viel Spaß haben werden. Hier sind nicht nur Porträts von Salvador Allende und einfachen Chilenen ausgestellt, denen Ilja Glasunow während seines Aufenthalts in diesem Land begegnete, sondern auch ein Porträt des sehr bekannten Politikers, Generalsekretärs der Kommunistischen Partei Chiles, Volodia Teitelboim. Soweit ich verstehe, arbeitet seine Tochter Marina sehr erfolgreich in der Botschaft Chiles in Moskau als Beraterin und hilft dem Herrn Botschafter bei der Entwicklung unserer guten, freundschaftlichen Beziehungen.

Zusätzliche Materialien

Foto

x
x
Zusätzliche Such-Tools