8 Februar 201818:56

Rede des Außenministers Russlands, Sergej Lawrow, bei der feierlichen Versammlung anlässlich des Tags des diplomatischen Mitarbeiters am 8. Februar 2018 in Moskau

199-08-02-2018

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Sehr geehrte Kollegen,

Freunde,

Vielen Dank an die Gäste und Weggefährten, dass sie unserer Einladung gefolgt sind. Lassen Sie mich die feierliche Versammlung anlässlich des Tags des diplomatischen Mitarbeiters für eröffnet erklären.

 (es erklingt die Hymne der Russischen Föderation)

 

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Ich möchte mich nochmals bei allen bedanken, die hier heute zusammen mit Mitarbeitern und Veteranen des Außenministeriums Russlands anwesend sind, ich meine unsere Kollegen aus der Administration des Präsidenten der Russischen Föderation, Apparats der Regierung, Sicherheitsrats der Russischen Föderation, verschiedenen Ministerien, Diensten, Strukturen, mit denen wir eng und fruchtbar zusammenwirken. Ich möchte mich einzeln bei der Vorsitzenden des Föderationsrats der Föderalversammlung der Russischen Föderation, Außenordentlichen und Bevollmächtigten Botschafterin, Walentina Matwijenko, bedanken.

Mir scheint, dass die Präsenz der Vertreter ganz verschiedener Abschnitte unserer gemeinsamen Tätigkeit ein weiteres Mal bestätigt, dass die professionelle Solidarität ein wichtiger Bestandteil bei der erfolgreichen Erfüllung der Aufgaben ist, die vor uns der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, auf verantwortungsvollen außenpolitischen Strecken stellt.

Die Zeit bewegt sich unerbittlich nach vorne. In den letzten zwölf Monaten schieden aus dem Leben, darunter bei der Ausübung der Dienstpflicht, mehrere unsere Kameraden. Darunter der Ständige Vertreter in der UNO, Witali Tschurkin, der Botschafter im Sudan, Mirgajas Schirinski, der Ständige Vertreter in der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation und im Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, Alexander Gorban. Ich schlage vor, eine Schweigeminute im Gedenken an sie einzulegen.

 

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An unsere Versammlung kam eine ganze Reihe Gratulationen und Grußbotschaften. Lassen Sie mich die Gratulationsbotschaft des Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, verlesen.

 

«An die Mitarbeiter und Veteranen des Außenministeriums der Russischen Föderation

 

Liebe Freunde!

Lassen Sie mir sie herzlich zu ihrem Berufsfeiertag gratulieren – Tag des diplomatischen Mitarbeiters.

In der jahrhundertealten Geschichte der russischen Diplomatie gibt es viele glänzenden Siege und berühmte Namen, auf die das Land zu Recht stolz ist. Stützend auf gute Traditionen der Vergangenheit, verteidigen heute die Mitarbeiter des Außenministeriums würdig die nationalen Interessen.

Die internationale Lage entwickelt sich nicht einfach, doch trotz offensichtlicher Schwierigkeiten, machen sie viel, um günstige außenpolitische Bedingungen für eine nachhaltige sozialwirtschaftliche Entwicklung Russlands zu gewährleisten, schützen aktiv die Rechte der russischen Staatsbürger und Landsleute im Ausland.

Vor dem Zentralen Apparat und ausländischen Einrichtungen des Außenministeriums stehen ziemlich großangelegte Aufgaben, die mit dem Ausbau einer wahr gleichberechtigten und gegenseitig vorteilhaften Zusammenarbeit mit allen ausländischen Partnern verbunden sind. Zu den Prioritäten gehören weiterhin die Verteidigung der Schlüsselrolle der UNO in internationalen Angelegenheiten, Vereinigung der internationalen Gemeinschaft beim Kampf gegen die Bedrohung des Terrorismus, Festigung der Grundlagen der strategischen Stabilität und Regime der Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen.

Vor dem Hintergrund der Zerschlagung der Hauptkräfte der Terroristen in Syrien wurde der Prozess der friedlichen Regelung deutlich vorangebracht, was die Ergebnisse des in Sotschi stattgefundenen Kongresses des syrischen nationalen Dialogs bestätigten. Natürlich steht noch viel Arbeit zur Deblockierung der Syrien-Krise sowie mehrerer anderer regionaler Konflikte bevor.

Es ist sehr wichtig, die weitere Entwicklung der gegenseitig vorteilhaften Integrationsprozesse im Rahmen der Eurasischen Wirtschaftsunion zu gewährleisten sowie die Erhöhung der Effizienz der Strukturen des multilateralen Zusammenwirkens zu fördern, die unter der Initiativrolle unseres Landes geschaffen wurden – BRICS, SOZ, OVKS.

Ich rechne damit, dass russische Diplomaten auch weiter kreativ, mit völliger Hingabe arbeiten werden. Die Grundlage ihrer Erfolge bildet natürlich die umfassende Unterstützung des außenpolitischen Kurses seitens der russischen Gesellschaft.

Ich wünsche allen Mitarbeitern des Außenministeriums vom ganzen Herzen neue Erfolge und geehrten Veteranen des diplomatischen Dienstes – viel Gesundheit, Geistesfrische und viele Jahre.

W. Putin»

 

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Wie ich schon sagte, hat eine ganze Reihe von Vertretern der Führung unseres Landes die Glückwünsche an die Mitarbeiter und Veteranen des Außenministeriums gerichtet, darunter der Ministerpräsident Russlands, Dmitri Medwedew. Dabei hob er die erfolgreiche Arbeit des russischen außenpolitischen Dienstes zwecks Verteidigung der nationalen Interessen hervor und zeigte sich überzeugt, dass das Kollektiv des Ministeriums, die diplomatischen und konsularischen Vertretungen auch weiter gut koordiniert und effizient arbeiten und einen wesentlichen Beitrag zur Festigung der Positionen Russlands in der internationalen Arena leisten werden.

Es kamen auch die Glückwünsche von der Vorsitzenden des Föderationsrats der Föderalversammlung Russlands, Valentina Matwijenko, dem Vorsitzenden der Staatsduma der Föderalversammlung Russlands, Wjatscheslaw Wolodin, von den Vorsitzenden von Parlamentsausschüssen, Abgeordneten, Leitern von Ministerien und Behörden, die in diesem Saal sitzen, von Vertretern verschiedener Subjekte der Russischen Föderation und der Geschäftskreise.

Dass die Bemühungen der russischen Diplomatie um die effiziente Verteidigung der nationalen Interessen, um den Ausbau der umfassenden internationalen Partnerschaft auf gleichberechtigter und nützlicher Basis positiv eingeschätzt werden, ist eine große Ehre für uns. Allerdings haben wir keinen Anlass für Selbstberuhigung. Einem solch hochprofessionellen Publikum wie Ihnen muss ich wohl nicht erzählen, dass die Situation in der Welt nicht gerade stabiler wird. Der „historische Westen“ macht sich Sorgen über den Verlust seiner Einflussräume und versucht, um jeden Preis seine Hegemonie aufrechtzuerhalten und den objektiven Prozess der Entstehung einer neuen, polyzentrischen Weltordnung, die Entwicklung von neuen globalen Zentren, zu denen auch Russland gehört, zu behindern. Die von Washington initiierte antirussische Kampagne ist beispiellos. Ihr Ziel ist, Russland wieder in einen „passiven“ Staat zu verwandeln.

Solche Versuche sind aber zum Scheitern verdammt. Niemand wird es schaffen, Russland zu isolieren und zu zwingen, seine Prinzipien aufzugeben; niemand kann seine eigene Probleme auf unsere Kosten zu lösen. Im Laufe der Geschichte wurden wir öfter mit äußeren Gefahren konfrontiert, die unser Land aber unter intensiver Mitwirkung seines diplomatischen Dienstes immer erfolgreich überwinden konnte. So wird es auch diesmal sein.

Russland ist heutzutage der Schlüsselakteur beim Vorantreiben einer positiven und zukunftsorientierten internationalen Tagesordnung. Wir haben unsere historische Rolle eines der wichtigsten Garanten der globalen Stabilität und eines der Verteidiger der Werte wie Wahrheit und Gerechtigkeit im zwischenstaatlichen Umgang zurückerobert. Und diese Rolle ist von der Weltgemeinschaft gefragt. Unsere Politik in der internationalen Arena unterstützen die absolut meisten Staaten. Im historischen Sinne sind sie unsere Verbündeten - wie auch unsere Streitkräfte, unsere Flotte und unsere Luft- und Weltraumtruppen. Indem wir mit diesen Ländern (und auf sie entfallen ungefähr 80 Prozent der Weltbevölkerung) vielschichtige Beziehungen entwickeln, schaffen wir günstige äußere Bedingungen für die Entwicklung unseres Landes, für die Festigung seines wirtschaftlichen und wissenschaftlich-technischen Potenzials.

Wir werden auch weiterhin einen selbstständigen, offenen und fairen außenpolitischen Kurs gehen, der durch die jahrhundertelange Geschichte und die einmalige geostrategische Lage Russlands bedingt ist. Europa und Westen und der dynamische Asien-Pazifik-Raum im Osten setzen voraus, dass der eurasische Faktor für unsere Entwicklung der wichtigste ist.

Ich möchte abermals hervorheben, was Präsident Wladimir Putin sagte: Wir sind bereit, mit absolut allen Ländern zusammenzuwirken – auf Basis der Gleichberechtigung, des gegenseitigen Nutzens und der Interessenbalance.

Sehr geehrte Kollegen, Freunde,

am 4. März 1881 verschickte der Nachfolger Alexander Gortschakows, Verwalter des Außenministeriums und spätere Minister, Nikolai Girs, zur Krönung des Kaisers Alexander III. eine Verordnung an Russlands Vertreter im Ausland, in der er betonte, dass Russland „auf gutes Verhältnis aller Staaten gut antworten wird, ohne auf den ihm gehörenden Platz unter den Großmächten zu verzichten, und sich ständig um die Aufrechterhaltung des politischen Gleichgewichts kümmern. Russland glaubt, dass seine Ziele eng mit dem allgemeinen Frieden verbunden sind, der sich auf den Respekt für das Recht und für Verhandlungen stützt. Vor allem müsste es sich um sich selbst kümmern und eine innere Arbeit zwecks Verteidigung seiner Ehre und Sicherheit führen.“ Es ist nicht zu übersehen, dass diese Worte, die vor fast 140 Jahren gesagt wurden, auch heutzutage akut sind. Indem wir uns auf das riesige „Erbe“ und die langjährigen Erfahrungen unserer Vorgänger stützen, werden wir uns um die weitere Vervollkommnung von diplomatischen Instrumenten bemühen und alle Möglichkeiten nutzen, die uns die modernen Technologien bieten.

Ich rechne damit, dass alle Mitarbeiter des Ministeriums auch weiterhin systematisch und dynamisch arbeiten und Initiative zeigen werden. Wir müssen unser Bestes tun, um das große Vertrauen  unserer Staatsführung und unserer Mitbürger zu rechtfertigen.

Ich gratuliere Ihnen allen abermals zu unserem beruflichen Feiertag. Ich wünsche Ihnen und Ihren Nächsten viel Gesundheit und viel Erfolg beim Dienst unserem Vaterland.

 

 

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