29 September 201716:48

Begrüßungsrede des Außenministers Russlands, Sergej Lawrow, bei dem Treffen mit der Gruppe der US-Experten mit ihrem Leiter, Dimitri Simes, am 29. September 2017 in Moskau

1835-29-09-2017

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Sehr geehrter Dimitri,

Werte Kollegen,

wir freuen uns wieder über die Möglichkeit, Meinungen mit den bedeutenden Vertretern der politologischen US-Gemeinschaft auszutauschen.

Ich weiß, dass Sie derzeit in Moskau unter anderem im Zusammenhang mit der Teilnahme an der Konferenz, die durch die MGIMO-Universität und das Zentrum „Nationales Interesse“ organisiert wurde und den russisch-US-amerikanischen Beziehungen gewidmet ist, weilen. Erfreut ist die Tatsache, dass es in den USA neben der Führung des Landes auch andere Menschen gibt, denen es nicht gleichgültig ist, wie sich diese Beziehungen entwickeln. Wir sind offen für beliebige Formen der Zusammenarbeit, die beiderseitig vorteilhaft wären, und unsere US-amerikanischen Partner wissen das.

Sehr gut verstehen wir die Anomalie, die derzeit im politischen Raum der USA in Zusammenhang mit den Folgen der Wahl, über die die Demokratische Partei immer noch nicht hinwegkommen kann, zu beobachten ist. Wir akzeptieren nicht die Versuche, in diese Diskussion Vorwürfe gegen Russland wegen alles, was derzeit in den USA geschieht, einzubringen. Ich denke, dass ein beliebiger vernünftiger Mensch dieses Axiom annimmt. Wir dramatisieren die Situation nicht, sondern gehen daran realistisch heran, wir verstehen, dass diese Etappe ihr Ende finden soll. Ich bin überzeugt, dass die Weisheit und der Pragmatismus des US-amerikanischen Volkes im Endeffekt die Oberhand gewinnen werden.

Wir haben eine Menge Probleme, die zusammen gelöst werden müssen, und daran sind nicht nur unsere Länder interessiert, sondern auch die ganze Weltgemeinschaft. Unsere Zusammenarbeit zu Syrien (natürlich nicht ohne Probleme, weil wir wohl nicht alles identisch wahrnehmen) ist ein Beispiel dafür, wie man die Meinungsverschiedenheiten beilegen und sich auf die allgemeinen Interessen konzentrieren kann. Es gibt viele andere Probleme, darunter das Problem der Verbreitung der Massenvernichtungswaffen, die Erscheinungsformen des Terrorismus in der Nahostregion und über ihre Grenzen hinaus sowie andere Probleme. Die Fortschritte bei der Lösung dieser Probleme können nur dann erreicht werden, wenn es eine ehrliche und offene Zusammenarbeit Russlands und der USA geben wird. Ich bin überzeugt, dass die ganze Welt darauf wartet und erleichtert ausatmen würde, wenn dieses Zusammenwirken in geregelte Bahnen gebracht wird.

Natürlich benötigen wir heute eine besinnliche Meinung der unabhängigen Vertreter der politologischen US-Gemeinschaft. In diesem Sinne schätzen wir unser heutiges Treffen sehr.

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Sergej Lawrow (nach der Rede von Dimitri Simes): Gerade deshalb habe ich gesagt, dass ich froh bin, dass es außer dem US-Anführer auch andere Menschen gibt, die an der Verbesserung unserer Beziehungen interessiert sind.

 

 

 

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