17 März 201716:37

Kommentar der offiziellen Sprecherin des Außenministeriums Russlands, Maria Sacharowa, zu einem US-Luftschlag gegen das syrische Dorf al-Dschina am 16. März 2017

524-17-03-2017

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Am späten Abend 16. März  berichteten Medien über einen Luftschlag gegen die Umgebung des Dorfes al-Dschina im syrischen Idlib, der während des Abendgebets versetzt worden war. Dabei wurde eine Moschee zerstört. Es wurden viele Menschen getötet (laut jüngsten Angaben erreichte ihre Zahl 70). Diese Nachricht wurde sofort von einigen voreingenommenen Websites verbreitet, die diesen Luftschlag der russischen Luftwaffe zuschrieben. Im Internet erschienen sofort Fotos aus Familienalben mit lächelnden Kindern, die angeblich zu den Opfern dieses Luftangriffs geworden wären. Aber bei der Räumung der Trümmer wurden dort die Überreste eines Munitionsstücks mit lateinischen Buchstaben darauf entdeckt, so dass festgestellt werden konnte, dass es sich um eine Rakete des Typs „Hellfire“ handelte, und US-Militärs bestätigten offiziell, dass ausgerechnet sie diesen Schlag versetzt hatten. Das Ziel war dabei ein Gebäude gegenüber der Moschee, wo Treffen von al-Qaida-Terroristen stattfanden.

Natürlich muss geklärt werden, was am südwestlichen Rand al-Dschinas passiert ist (administrativ gehört dieses Dorf nicht der Provinz Idlib, sondern der Provinz Aleppo an) und welches Objekt konkret angegriffen wurde, wer die Opfer dieses Schlags sind, von denen so genannte „Augenzeugen“ reden. Grundsätzlich haben wir keine Zweifel, dass die US-Militärs auf Terroristen schossen. Im Unterschied zu einigen unseren Opponenten werden wir in diesem Fall niemandem „absichtliche“ Tötung von friedlichen Einwohnern und Zerstörung der zivilen Infrastruktur vorwerfen.

Falls aber die Informationen über den Tod einer Großzahl von Zivilisten in al-Dschina bestätigt werden, sollte das unseres Erachtens ein weiterer Vorwand werden, eine engere Koordinierung der Handlungen zwischen allen Teilnehmern des Kampfes gegen internationale Terroristen in Syrien zu erwägen. Das könnte die Präzision der Luftschläge erhöhen und helfen, Handlungen zu vermeiden, deren Zweckmäßigkeit aus militärischer Sicht zweifelhaft ist, darunter die Bombenangriffe der Koalitionskräfte gegen Dämme am Euphrat oder gegen Ölförderungsanlagen.

Wir rufen unsere Partner abermals auf, gleichberechtigt und respektvoll im Kampf gegen internationale Terroristen in Syrien auf Basis der universalen Völkerrechtsnormen zu kooperieren.

 

 

 

 

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